Ukraine-Konflikt Russisches Gericht spricht ukrainische Pilotin Sawtschenko schuldig

Nadija Sawtschenko auf einem Archivbild vom November 2014

(Foto: AFP)

Sie habe Beihilfe bei der Ermordung zweier russischer Journalisten in der Ostukraine geleistet - und "aus politischem Hass und Feindseligkeit" gehandelt, heißt es im Urteil.

Ein russisches Gericht hat einem Agenturbericht zufolge die ukrainische Kampfpilotin Nadija Sawtschenko für schuldig befunden. Sie habe Beihilfe bei der Ermordung zweier russischer Journalisten in der Ostukraine geleistet, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass am Montag. Die Staatsanwaltschaft hat 23 Jahre Gefängnis für Sawtschenko gefordert, doch das Strafmaß soll erst nach Verlesen der Begründung bekanntgegeben werden - voraussichtlich am Dienstag.

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Die zwei russischen Journalisten kamen im vorigen Sommer bei einem Mörserangriff bei Luhansk ums Leben. Sawtschenko diente damals in einem ukrainischen Freiwilligenbataillon und soll der ukrainischen Armee den Aufenthaltsort der Journalisten übermittelt haben. Außerdem habe sie illegal die russische Grenze überschritten. Die Ukrainerin dagegen gibt an, sie sei von Separatisten verschleppt worden.

Der Präsident der Ukraine setzte sich für ihre Freilassung ein

Bereits Anfang März hatten Kiew und die EU an Moskau appelliert, Sawtschenko aus der Haft zu entlassen. Der ukrainische Staatschef Petro Poroschenko verlangte in einem Brief an seinen russischen Kollegen Wladimir Putin die "sofortige Freilassung" der ukrainischen Soldatin. Er berief sich dabei auf Abmachungen bei den Gesprächen in Minsk. Dort wurde ein Austausch von Gefangenen vereinbart. Russland erwiderte, Sawtschenko falle nicht unter diese Vereinbarung, weil sie keine Gefangene sei.

Auch die Bundesregierung setzt sich seit Langem für Sawtschenkos Freilassung ein.