Nach einem friedlichen Feiertag ist am Abend in Berlin-Kreuzberg doch noch Gewalt aufgeflammt - es flogen Flaschen, Stühle und Steine, der Polizeipräsident wurde attackiert.

In Berlin-Kreuzberg ist es nach einem weitgehend friedlichen Feiertag nach Einbruch der Dunkelheit doch wieder zu Gewaltausbrüchen gekommen.

1. Mai Krawalle in Berlin-Kreuzberg; ddp

Mit Steinen und Feuerwerkskörpern gingen gewalttätige Störer in Berlin auf die Polizei los. (© Foto: ddp)

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Autonome griffen Polizeipräsident Dieter Glietsch an, als dieser sich am Lausitzer Platz ein Bild von der Lage verschaffen wollte. Sicherheitskräfte brachten ihren Chef unverletzt in einen Mannschaftswagen und fuhren davon, als auch gegen das Fahrzeug Flaschen, Stühle und Steine geworfen wurden.

Bis Mitternacht flammte die Gewalt am Rande der friedlichen Straßenparty "Myfest" in Kreuzberg immer wieder auf. Besonders rings um den Görlitzer Bahnhof herrschte eine aggressive Stimmung. Gewalttätige Störer warfen Altglascontainer um und schleuderten Steine und Feuerwerkskörper gegen Polizisten. Dabei standen schwarz gekleidete Linksautonome den Beamten gegenüber.

Die Polizei sprach gegen Mitternacht dennoch von einem relativ friedlichen 1. Mai. "Wir haben die Lage im Griff", sagte ein Sprecher. Die Störungen aus einer abendlichen Demonstration von Linksautonomen seien abgeklungen. Zur Zahl der Festnahmen und Verletzten gab es noch keine Angaben.

Tausende Mitglieder der linken Szene waren mit roten Fahnen durch Kreuzberg gezogen - ihr Motto: "Zusammen kämpfen gegen Kapital und Krieg". Dabei kam es gegen Ende des Aufzugs zu Gewalttätigkeiten. Die Polizei ging gezielt vor und holte einzelne Störer aus der Menge.

Veranstalter der Demonstration warfen den Beamten jedoch "massive Polizeigewalt" vor. Während des Zwischenfalls mit Glietsch sei eine Hundertschaft mit Schlagstöcken in die Demonstration gestürmt.

Auch in den Vorjahren war es am Abend des 1. Mai in Kreuzberg immer wieder zu gewalttätigen Störungen gekommen, der Polizei war es aber gelungen, die Gewalt in den letzten drei Jahren in Folge einzudämmen. Die Polizei setzte auch in diesem Jahr auf das "Konzept der ausgestreckten Hand", eine Kombination aus Deeskalation und konsequentem Vorgehen gegen Gewalttäter. Rund 4700 Polizisten, unter ihnen Beamte aus anderen Bundesländern, waren im Einsatz.

Am Nachmittag hatte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) das "Myfest" besucht und noch von einer "erfreulichen Entwicklung" gesprochen, weil es weniger Gewalt als in den Vorjahren gegeben habe. Laut Innensenator waren zwei Busse mit Mitgliedern der linksautonomen Szene von Hamburg nach Berlin zurückgekommen. In der Hansestadt war es am Rande eines rechtsextremen Aufmarsches zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen.

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(dpa/cag/bavo)