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Rumpf

Wilfried Blume-Beyerle, Kreisverwaltungsreferent in München, wird der Münchner Verlierer des Jahres 2010. Als Leiter seiner Behörde ist er dafür zuständig, die geltenden Gaststättengesetze und somit auch das Nichtraucherschutzgesetz in Lokalen durchzusetzen - eine mission impossible.

Seit zwei Jahren sorgt das Rauchverbot in Bayern für Chaos. Nachdem das Nikotin-Ablassen von Januar 2008 an erst komplett verboten war - private Raucherclubs etablierten sich -, wurde der Nichtraucherschutz im August 2009 wieder gelockert.

Das kürzlich erfolgreich durchgeführte Volksbegehren für ein striktes Rauchverbot in Bayern wird jedoch voraussichtlich 2010 dazu führen, dass Blume-Beyerle radikal durchgreifen muss - und das entgegen seiner persönlichen Einstellung zum Rauchverbot.

In einem früheren Interview mit der SZ bezeichnete er das gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie als "Irrtum" und "Ungetüm". Er sprach sich damals deutlich gegen eine "Raucherpolizei" aus. Und hoffte: "Am schönsten wäre es allerdings, wenn es keinerlei Zwangsmittel bedürfte und das Gesundheitsschutzgesetz - unter Umständen nach der Zulassung von Rauchernebenräumen und einem Wahlrecht für Ein-Raum-Gaststätten - ein Erfolg wird." Diese Hoffnung kann Blume-Beyerle jetzt begraben.

Dem AC Mailand, dessen Spieler mit Trikotwerbung für eine illegale Glücksspielfirma aufgelaufen waren, knöpfte er zwar ein hohes Strafgeld ab, an der Causa Nichtrauchen aber wird er scheitern.

Foto: Stephan Rumpf

31. Dezember 2009, 17:16 2009-12-31 17:16:00