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Michael Schumacher

Die mit den Mitteln des Marketing entfachte Hysterie ist so groß, dass daran auch ein einstiger Mehrfach-Weltmeister des Automobil-Rennsports scheitern muss. Angeblich gibt es derzeit einen regelrechten Run auf Karten für den Formel1-Lauf in Hockenheim, nur weil Michael Schumacher wieder dabei ist, der Routinier aus dem Jahrgang 1969. Dieses ganze Brimborium wird dem Mann aus Kerpen, der seit einiger Zeit auf einer Art Ranch am Genfer See in der Schweiz wohnt, schon in Kürze ziemlich auf die Nerven gehen.

Wie soll man sich da in Ruhe auf die Formel 1 vorbereiten, wenn andauernd jemand anderes etwas zum Comeback des "Schumi" wissen will und sich einige sogar an Mark Spitz erinnern, der 1972 in München olympische Goldmedaillen in Serie erschwamm und dann als 41-Jähriger baden ging? Die Nervenstärke auch eines Veteranen ist schnell vorbei, wenn die jugendlichen Konkurrenten in Fahrt kommen. Nichts motiviert so wie das Gehabe und die lauen Sprüche eines gewesenen Großmeisters, der es allen noch einmal beweisen muss.

Die Nummer: "Deutscher Star kehrt für deutschen Rennstall zurück" ist viel zu simpel, als dass sie Bestand haben könnte. Mercedes freut sich über die häufige Nennung der eigenen Marke und des neuen obersten Werkfahrers Schumacher, doch deshalb ist noch kein Auto mehr mit Stern verkauft. Und der einstige Ferrari-Held wird schnell an Werbewert verlieren, wenn er erst einmal öfter als Dreizehnter oder Vierzehnter die Ziellinie passiert. Womöglich macht sich bald wieder der Halswirbel schmerzend bemerkbar.

Foto: dpa

(sueddeutsche.de/jja)

31. Dezember 2009, 17:16 2009-12-31 17:16:00