Beamte der US-Bundespolizei haben hochrangige saudiarabische Familien nach den Anschlägen von New York persönlich zu gecharterten Flugzeugen eskortiert - bevor Ermittler sie vernehmen konnten. Das Weiße Haus hat das immer bestritten.
Die US-Bundespolizei FBI hat nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 Familienangehörigen von Al-Qaida-Chef Osama bin Laden und anderen saudiarabischen Staatsbürgern das Verlassen der USA ermöglicht, bevor Ermittler sie vernehmen konnten.
Der 3.Oktober 2001: US-Verteidigungs-minister Rumsfeld trifft seinen saudischen Kollegen Prinz Aziz. (© Foto: AP)
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Dies geht aus bislang unter Verschluss gehaltenen Regierungsdokumenten hervor, die die New York Times in ihrer Sonntagsausgabe veröffentlichte. Demnach hatten FBI-Beamte hochrangige saudiarabische Familien persönlich zu gecharterten Flugzeugen eskortiert, die in den Tagen nach den Terrorattacken saudiarabische Staatsbürger aus den USA in ihr Heimatland ausflogen.
Michael Moore hatte Recht!
Kritiker werfen der Regierung von US-Präsident George W. Bush seit langem vor, dass sie saudiarabischen Staatsbürgern nach den Anschlägen eine Vorrangbehandlung beim Verlassen der USA habe zukommen lassen. Der Filmemacher Michael Moore griff die Vorwürfe in seinem Film "Fahrenheit 9/11" auf und stellte eine Verbindung zu der engen Beziehung zwischen der Familie Bush und der saudiarabischen Königsfamilie her.
FBI-Vertreter wiesen den Vorwurf der Vorzugsbehandlung energisch zurück. Ein Sprecher sagte der "New York Times", die saudiarabischen Staatsbürger hätten sich nach den Anschlägen in den USA nicht mehr sicher gefühlt; deswegen sei ihnen geholfen worden. "Wir würden das für jeden tun, der sich bedroht fühlt, und wir sehen das nicht als Vorzugsbehandlung", sagte der FBI-Vertreter.
Die von der "New York Times" veröffentlichten Dokumente waren dem Blatt zufolge bislang unter Verschluss gehalten worden, mussten dann aber veröffentlicht werden, weil die Bürgerrechtsgruppe "Judicial Watch" vor Gericht erfolgreich auf ihre Herausgabe geklagt hatte.
(AFP)