Nach dreißig Jahren endet der Krieg in Indochina mit der Kapitulation Südvietnams, nachdem Soldaten der nordvietnamesischen Armee sowie Kämpfer des Vietkong die südvietnamesische Hauptstadt erobert haben.

Der Vietnamkrieg von 1945 bis 1975

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Im Norden Vietnams rufen Kommunisten unter Ho Chi Minh nach dem Abzug der japanischen Truppen 1945 die "Demokratische Republik Vietnam" aus.

Frankreich, das in Indochina seine Kolonialherrschaft wieder herstellen will, greift 1946 militärisch ein, es kommt zum Indochinakrieg.

Bis 1953 können die kommunistischen Kämpfer der Vietminh den größten Teil Vietnams unter ihre Kontrolle bringen und bringen den Franzosen am 7. Mai 1954 bei Dien Bien Phu im Norden des Landes die entscheidende Niederlage bei.

Bereits im Juli 1954 wird auf der Genfer Indochina-Konferenz ein Waffenstillstand vereinbart. Der 17. Breitengrad wird zur Demarkationslinie erklärt. Die Vietminh ziehen sich nach Norden, die Franzosen und ihre Verbündeten nach Süden zurück.

1956 sollen in ganz Vietnam Wahlen stattfinden, doch im Süden errichtet Regierungschef Ngo Dinh Diem mit US-Hilfe ein autoritäres Regime. Die Amerikaner engagieren sich zunehmend im Süden des Landes, die Franzosen ziehen sich zurück.

1957 beginnen südvietnamesische Guerillas, der Vietkong, mit nordvietnamesischer Unterstützung das Diem-Regime und seine amerikanischen Helfer zu bekämpfen.

Ab 1961 verstärken die USA unter John F. Kennedy die militärische Unterstützung Südvietnams.

Während die Regierung im Süden immer wieder wechselt, kommt es 1964 zum Tonking-Zwischenfall: Nordvietnamesische Torpedoboote greifen US-Kriegsschiffe im Golf von Tonking an - vermutlich wurden die Angriffe von den Amerikanern provoziert. Daraufhin verstärken die USA unter Lyndon B. Johnson ihren Einsatz: Immer mehr US-Truppen werden gegen den Vietkong eingesetzt, der Norden des Landes wird systematisch bombardiert.

1973 stellen die Amerikaner ihre Angriffe auf den Norden ein. In Paris erreichen US-Außenminister Kissinger und der Chefdelegierte der Nordvietnamesen Le Duc Tho ein Waffenstillstandsabkommen, am 27. Januar unterzeichnen Amerikaner, Süd- und Nordvietnamesen ein Abkommen zur Wiederherstellung des Friedens. Bis Ende März haben die US-Truppen das Land verlassen.

Trotz des Waffenstillstandsabkommen kämpfen Nord- und Südvietnamesen weiter, letztere verlieren ohne die Unterstützung der Amerikaner immer mehr an Boden, bis Südvietnam 1975 kapituliert.

Ab dem 2. Juli 1976 ist Vietnam wieder ein Staat: die Sozialistische Republik Vietnam.

Zwischen 1964 und 1975 wurden etwa zwei Millionen Vietnamesen und 57.000 US-Soldaten getötet.

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(sueddeutsche.de)