Etwa die Hälfte der birmanischen Bevölkerung leidet unter den Folgen des Wirbelsturms "Nargis". Nach offiziellen Angaben kostete die Katastrophe bislang 22.000 Menschen das Leben. Hilfsorganisationen suchen in zerstörten Küstenregionen nach weiteren Opfern.

Die Folgen des verheerenden Zyklons "Nargis" in Birma werden immer sichtbarer. Neueste Angaben vermelden fast 22.500 getötete Menschen. Diese Zahl könnte heute weiter steigen, wenn die zerstörten Küstenregionen nach und nach abgesucht werden. Etwa 41.000 Menschen werden vermisst.

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Das Problem in Birma ist das Wasser: es gibt zu wenig zum Trinken, das vorhandene Wasser muss vor Keimen geschützt werden. (© Foto: AP)

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Rund die Hälfte der Bevölkerung, etwa 24 Millionen Menschen, sind nach Angaben der Vereinten Nationen von der Katastrophe betroffen. Überall fehle es an Zelten, Decken, Medikamenten, Trtinkwasser und Nahrungsmitteln.

Hilfsaktionen aus der ganzen Welt für das südostasiatische Land

Um die Hilfen zu koordinieren, werden sich die UN und ihre in Birma vertretenen Unterorganisationen heute in der Wirtschaftsmetropole Rangun mit Helfern anderer Nicht- Regierungsorganisationen treffen. Dabei sollen nach Angaben der Hilfsorganisation ADRA die Einsatzgebiete und Aufträge in dem verwüsteten Land systematisch verteilt werden. ADRA gehört der "Aktion Deutschland Hilft" an, in der zehn große Hilfsorganisationen vertreten sind. Verschiedene Organisationen sind bereits seit Jahren in dem südostasiatischen Land im Einsatz.

Noch sei die Organisation der Nothilfe "ein logistischer Alptraum", da es überall an Booten und Lastwagen fehle, sagte ein Sprecher der britischen Hilfsorganisation Save the Children. Das Benzin werde knapp.

In Deutschland standen die ersten Helfer von "Aktion Deutschland Hilft" in den Startlöchern. Thailand flog am Dienstag Medikamente und andere Hilfsmittel im Wert von knapp 200.000 Euro nach Birma. China liefert Güter im Wert von 640.000 Euro. Großbritannien stellt fünf Millionen Pfund (rund 6,3 Millionen Euro) für die Opfer bereit. Indien schickte zwei Marineschiffe und zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern. Die EU, Deutschland, Frankreich, die USA und Indonesien boten Geld und Hilfe an.

Helfer berichteten dem BBC-Programm für Birma nach einem ersten Hubschrauberflug über das schwer betroffene Irrawaddy-Delta von unzähligen Leichen in den Straßen. Das Militärregime bat um internationale Hilfe. Allerdings saßen nach Angaben der UN im Nachbarland Thailand zahlreiche Helfer fest, weil sie kein Visum bekamen. Im Land wächst die Kritik an der Regierung, die nicht rechtzeitig vor dem Zyklon gewarnt und keine Vorkehrungen getroffen hatte. Angeblich soll sie bereits vorher von der Katastrophe gewusst haben.

US-Marineschiffe vor Thailands Küste

Vor der Küste Thailands warten indes vier Schiffe der US-Marine auf die Einreisegenehmigung das von dem schweren Wirbelsturm zerstörte Land. Nach Angaben des Pentagons befindet sich unter dem Rettungsteam auch ein Amphibienschiff mit 23 Helikoptern, drei Landungsbooten und insgesamt 1800 Marinesoldaten. Ungeachtet der noch ausstehenden Reaktion Birmas auf Hilfsangebote der USA planten das Verteidigungs- und das Außenministerium eine humanitäre Rettungsaktion. "Einen Plan aufzustellen ist momentan alles, was wir tun können. Wir haben noch immer keinen Hilfeaufruf seitens der Regierung in Birma", sagte Pentagon-Sprecher Geoff Morrell in Washington.

Derweil hat die US-Regierung ein bürokratisches Hindernis für die Hilfe der Wirbelsturmopfer in Birma aus dem Weg geräumt. Hilfsorganisationen müssten künftig nicht mehr erst die Erlaubnis der US-Regierung einholen, um dem Land finanziell oder mit Sachspenden zu helfen, teilte das Finanzministerium mit. 2003 hatten die USA Finanzsanktionen gegen Birma verhängt, um Druck auf die dort herrschende Militär-Regierung auszuüben.

"Kinder sind besonders gefährdet"

Das Kinderhilfswerk Unicef ist mit 130 Mitarbeitern im Katastrophengebiet, um das Nötigste für die betroffenen Kinder zu organisieren, berichtet die Organisation.

"Es ist ein Wettlauf mit der Zeit", sagte Unicef-Direktorin Ann Veneman. "Kinder sind besonders gefährdet durch Krankheiten und Hunger." In der Vier-Millionen Metropole Rangun und dem Irrawaddy-Delta gibt es kein Wasser, keine funktionierenden Toiletten, keine Zelte und kaum Nahrungsmittel. Durchfallerkrankungen und Cholera können schnell lebensbedrohlich werden. Hinzu kommt, dass die überschwemmten Gebiete ideale Brütbedingungen für Moskitos schaffen. Unicef habe damit begonnen, Notrationen unter anderem mit Tabletten zur Wasserentkeimung, Küchenutensilien und Seife zu verteilen. Mehr werde in die Region geflogen.

Zwei Hilfsorganisationen bestätigten unterdessen, dass sie bei ihrer Arbeit "vollständig" von den birmanischen Behörden unterstützt würden. Alle bisherigen Hinweise zeigten, dass Rangun kooperiere, sagte ein Sprecher des australischen Arms der internationalen Organisation CARE. Der Leiter von World Vision in Australien bestätigte, dass seine Hilfsorganisation mit ihrem Einsatz in Birma begonnen habe.

"Wir haben 600 Menschen, die Decken, Moskitonetze, Nahrungsmittel und Wasser verteilen", sagte Tim Costello im australischen Fernsehen. Zuvor hatte es Berichte darüber gegeben, dass die Militärjunta in Birma nach dem katastrophalen Wirbelsturm internationale Hilfsangebote abbremste und auch die Einreise von Rettungskräften blockierte.

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(Reuters/dpa/AFP/dgr/cag)