Zyklon in Südostasien Mindestens 50 Tote bei Bootsunglück

Vor der Küste Myanmars ist ein mit mehr als 100 Passagieren besetztes Boot gesunken, mindestens 50 Menschen sind dabei ums Leben gekommen. Sie sollten vor Wirbelsturm "Mahasen" in Sicherheit gebracht werden. Die Tragödie trifft das ohnehin stark benachteiligte Volk der Rohingya.

Am Donnerstag soll der Zyklon Mahasen auf die Küste von Myanmar und Bangladesch treffen. Bei den Vorbereitungen auf den Sturm ist es jetzt zu einem schweren Unglück auf See gekommen: Ein Boot mit mehr als 100 Menschen an Bord ist vor der Westküste Myanmars gesunken. Mindestens 50 Passagiere sind dabei ums Leben gekommen, zahlreiche Menschen werden vermisst.

Das Boot sollte Angehörige der muslimischen Volksgruppe der Rohingya vor dem heraufziehenden Zyklon in Sicherheit bringen. Es sei aber vor dem Bundesstaat Rakhine (Rakhaing) am Montagabend auf ein Riff gelaufen, anschließend gekentert und gesunken.

Nach gewaltsamen Ausschreitungen zwischen der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit und den Rohingya leben Tausende Angehörige der muslimischen Minderheit in der Region in behelfsmäßigen Hütten und Zelten. "Sie sind durch den Sturm besonders gefährdet", schrieb Regierungssprecher Ye Htut am Montag auf seiner Facebook-Seite. Die Hilfsorganisation Oxfam rief zur Evakuierung der Rohingya auf. Tausende begannen, landeinwärts zu ziehen. Die Behörden wollen Notunterkünfte für sie einrichten.

In Bangladesch haben die Behörden Anfang der Woche 50.000 Freiwillige mobilisiert. "Wir haben sie aufgerufen, alle Vorbereitungen zu treffen", sagte der Direktor des Katastrophenschutzes. Er rief Fischer auf, nicht mehr aufs Meer hinauszufahren.

Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometern pro Stunde

Mahasen soll nach den Berechnungen der indischen Wetterexperten an der Grenze zwischen Bangladesch und Myanmar auf die Küste treffen. Das Tief lag am Montag etwa 1000 Kilometer vor der Küste von Cox's Bazar in Bangladesch. Die Meteorologiebehörde in Myanmar rechnet mit Windgeschwindigkeiten von 100 Kilometern in der Stunde. Bereits im Mai 2008 erlebte die Region einen heftigen Zyklon. Durch Wirbelsturm Nargis kamen im Irrawaddy-Delta in Myanmar, dem früheren Birma, mindestens 138.000 Menschen ums Leben.

Die schätzungsweise 800.000 Rohingyas in Myanmar gelten offiziell als staatenlos, weil das überwiegend buddhistische Land sie als illegale Einwanderer aus dem benachbarten Bangladesch betrachtet und Bangladesch sie ebenfalls nicht anerkennt.