Prozess am Kölner Landgericht: Ein Arzt, der seiner Patientin die weiblichen Geschlechtsorgane entfernt hat, muss jetzt 100.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen.
Ein Arzt, der von seiner Patientin nach einer Operation am Landgericht Köln auf Schmerzensgeld verklagt worden ist, muss nun 100.000 Euro an sie bezahlen. Der Grund für die hohe Summe: Er hatte bei der heute 49-jährigen Krankenpflegerin Christiane V. eine Geschlechtsumwandlung ohne deren Einwilligung durchgeführt.
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Christiane V. bekommt von einem Chirurgen 100.000 Euro Schmerzensgeld. Er hatte sie vor 30 Jahren in einer Operation biologisch zum Mann gemacht. Der Arzt war bereits vor anderthalb Jahren in einem Grundsatzurteil verurteilt worden, über die Höhe musste aber noch entschieden werden. (© Foto: dpa)
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Der Chirurg hatte der damals 18-jährigen Klägerin vor mehr als 30 Jahren die inneren weiblichen Geschlechtsorgane entfernt. Dafür wurde er im vergangenen Jahr im sogenannten Zwitter-Prozess zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt - dessen Höhe wurde aber erst jetzt festgelegt.
In dem Verfahren geht es um einen Fall von Geschlechterverwirrung: Nach der Geburt war die ungewöhnlich vergrößerte Klitoris des Babys irrtümlich als Penis angesehen worden. Das Kind wurde deshalb von den Eltern als Junge erzogen. Erst bei einer Blinddarmoperation 1977 fiel auf, dass die Klägerin eine Gebärmutter und Eierstöcke hatte. Diese entfernte der beklagte Kölner Chirurg ein Jahr später.
Vor der Operation waren die Ärzte davon ausgegangen, dass die weiblichen Geschlechtsorgane stark verkümmert waren. Bei dem Eingriff hatte der Chirurg laut Gericht aber bemerkt, dass die Organe intakt waren und es keine Anzeichen für eine gemischt weiblich-männliche Geschlechtlichkeit gab. Dennoch führte er die Operation durch.
Das war im vergangenen Jahr von der Zivilkammer als Verletzung der Gesundheit und des Selbstbestimmungsrechts der Düsseldorferin gewertet worden, die im Personenstandsregister als Mann geführt wird, aber als Frau lebt.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/abis/bica)
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warum die Presse in dem Fall ein Foto der Frau veröffentlicht?
Muß das sein, dass sie auch noch auf der Straße von jedem Deppen angesprochen wird? Von der SZ hätte ich das nicht erwartet!
Die psychischen Folgen müssen immens sein.
Ein Mensch, der im Grunde genommen seine Sexualität nicht definieren kann, leidet sehr! Wenn ein Mensch nicht weiß, ob er Mann oder Frau ist, kann er sich nie in seinem Körper wohlfühlen, was wiederum die Psyche sehr negativ tangiert.
Was sind schon 100.000.--, wenn ich nie die Möglichkeit hatte und habe, mein Geschlecht zu leben, damit meine ich nun nicht nur die Sexualität, sondern alles, was dazu gehört. Eine Frau empfindet und reagiert völlig anders als ein Mann, was mit den Hormonen zu tun hat, die man natürlich entsprechend über Medikamente regulieren könnte, was aber wiederum enorme physische und psychische Nebenwirkungen hat.
Es gibt auch echt gute Ärzte, aber einige sind schon eher in der Nähe von "Schlachtern" anzusiedeln, wobei ich diesen Berufsstand nun nicht verurteilen will, aber dazu gehört nicht viel Feingefühl, das ich aber bei einem Arzt voraussetze!
Äh, da haben sie sich verlesen. Svensk schrieb: "da dies mit einem 18. Jährigen zu diskutieren gewesen wäre und sicher auch wurde"
Sie schrieben: "Dass man Babies frühzeitig operiert, ist doch sinnvoll. Wollen sie warten bis das Kind 18 ist? Das ist doch völliger Unfug."
Das ist für mich eine ungeheuerliche Anmaßung! Wie soll es besser sein, wenn irgendein Arzt per Operation Fakten schafft, die sich eventuell erst sehr viel später als völlig falsch herausstellen?
Dass immer wieder das Interesse des Schutzes der empfindsamen Kinderseele angeführt wird, halte ich für besonders perfide. Es geht m.E. doch oft in der Hauptsache darum, es dem Umfeld des Kindes möglichst bequem zu machen!
Und Kinder können in der Tat ungeheuer grausam sein. Aber Erwachsene, die es eigentlich besser wissen müssten ganz offensichtlich auch.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, daß die Methode, Menschen, bei denen die Geschlechtsidentität nicht eindeutg feststellbar ist, auf ein festgelegtes Geschlecht hin zu konditionieren ein Verbrechen an der Identität dieses Menschen ist? Das dadurch die Seele dieses Menschen einen irreversiblen Schaden nimmt?
Warum sollte man mit eine 18-jährigen nicht über ihre Geschlechtsidentität sprechen können? Diese Einlassung ist mir völlig unverständlich.
Es ist besser, mit Operationen und/oder zusätzlichen Hormonbehandlungen zu warten, bis sich bei dem Kind bzw. dem Jugendlichen eine eindeutige Geschlechtsidentität entwickelt hat. Lehrer in der Schule und die Mitschüler sind darüber entsprechend aufzuklären. Das ist allemal besser, als schon im frühesten Alter irreversible Operationen vorzunehmen und ein Kind auf eine festgelegte Identität zu konditionieren.
Es wird Zeit, dass wir einen offenen Umgang mit Transgender lernen und vielleicht auch akzeptieren, dass eventuell ein geringer Prozentsatz der Menschheit nicht sofort eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann. Wir sollten dafür sorgen, dass diese Menschen ein erfülltes Leben führen können und nur so wenig wie möglich eingreifen. Jeder Eingriff sollte nur auf ausdrücklichen Wunsch der betroffenen Menschen erfolgen und nicht weil die Gesellschaft es so möchte.
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