Zwei Jahre nach Winnenden Vater von Tim K. soll für Schäden bezahlen

Schadensersatz für die Verwüstungen: Die Stadt Winnenden will den Vater des Amokläufers verklagen - schließlich habe Tim K. mit einer Waffe geschossen, die er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwenden konnte.

Zwei Jahre nach dem Amoklauf von Winnenden will die Stadt eine Schadenersatzklage gegen den Vater des Amokläufers Tim K. einreichen. "Vom Grundsatz her werden wir zivilrechtliche Ansprüche geltend machen", sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth.

Die Stadt Winnenden will zwei Jahre nach dem Attentat den Vater des Amokläufers Tim K. auf Schadensersatz verklagen.

(Foto: AFP)

Der Vater von Tim K. war Mitte Februar vom Landgericht Stuttgart unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Er hatte seinem Sohn Zugriff auf eine erlaubnispflichtige Schusswaffe sowie Munition ermöglicht. Mit der Waffe hatte Tim am 11. März 2009 in Winnenden und Wendlingen 15 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Die Tatwaffe hatte er aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet.

In der Schadenersatzklage der Stadt werde es um die verursachten Schäden und Verwüstungen in der Schule gehen. Forderungen nach Schadensersatz seien jedoch zweitrangig gegenüber dem verursachten personellen Schaden.

Am 11. März will die Stadt mit einem stillen Gedenken an den Amoklauf erinnern. Die Feierstunde auf dem Marktplatz richte sich vor allem an die Bevölkerung, Reden von Landespolitikern seien nicht vorgesehen, sagte Holzwarth. Das Gedenken werde bewusst nicht in der Nähe der Albertville-Realschule abgehalten, die von dem Amoklauf betroffen war. "Wir müssen Raum und Abstand gewinnen von diesem Ort", betonte Holzwarth.

Nachdem um 9.33 Uhr die Kirchenglocken läuten, wird der Oberbürgermeister die Namen der Ermordeten verlesen. Danach wird in der Schlosskirche ein ökumenischer Gottesdienst abgehalten, an dem auch Schüler der Albertville-Realschule teilnehmen werden.

Im Zusammenhang mit der Gedenkfeier bat der neue Rektor der Albertville-Realschule, Sven Kubick, die Medien um Zurückhaltung. Diese sollten die Betroffenen trauern lassen und Abstand wahren. Die Albertville-Realschule plant zudem eine gesonderte Trauerfeier für Schüler, Eltern und Lehrer. Im Winnender Stadtgarten solle in Kürze eine Gedenkstätte für die Opfer des Amoklaufes entstehen, sagte Kubick. Zudem solle im Schulgebäude ein Gedenkraum eingerichtet werden. Geplant sei, das Schulgebäude zum neuen Schuljahr im September wieder zu beziehen.