Wrestling-Legende Hulk Hogan wegen rassistischer Äußerungen entlassen

Der Profi-Wrestler Hulk Hogan ist bei seinem Vermarkter nicht mehr beliebt.

(Foto: dpa)

Hulk Hogan ist einer der beliebtesten Wrestler aller Zeiten. Weil der 61-Jährige in einem Interview gegen Minderheiten hetzte, wurde er nun von seinem Vermarkter gefeuert.

Altes Interview löst Skandal aus

Hufeisenbart, gelb blondierte Haare und das obligatorische Muskelshirt: Trotz seines zweifelhaften Modegeschmacks hat Hulk Hogan auch im strammen Alter von 61 Jahren noch immer viele treue Fans. Die könnte der Kult-Wrestler nun endgültig vergraulen. Im Internet ist ein Radio-Interview aufgetaucht, in dem sich Hogan als Rassist outet.

Sauer auf Hogan, der mit richtigem Namen Terrence Gene Bollea heißt, ist vor allem das Unternehmen "World Wrestling Entertainment" (WWE). So sehr, dass der Sportvermarkter sein Zugpferd entlassen hat. "WWE hat den Vertrag mit Terry Bollea aufgelöst. Wir haben uns als Firma dazu verpflichtet, Menschen jeglicher Herkunft zu akzeptieren und zu feiern. Das schlägt sich auch in der Vielfalt unserer Mitarbeiter, Darsteller und Fans auf der ganzen Welt nieder", schreibt WWE in einer Mitteilung.

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Hogan äußert sich abfällig über Afroamerikaner

Grund für die schlechte Stimmung ist ein Gespräch, das der Sportler 2012 mit dem US-Radiosender Sirius XM geführt hatte. Vor ein paar Tagen war ein Mitschnitt der Schimpftirade im Internet aufgetaucht.

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Dort hatte er sich abfällig über Afroamerikaner geäußert und mehrfach das Wort "Nigger" benutzt. Auch über seine Tochter Brooke, Reality-TV-erprobte und erfolglose Popsängerin, zieht er darin her, berichtet die Washington Post. Die 27-Jährige treffe schlechte Entscheidungen und er wisse nicht, ob sie mit einem Schwarzen ins Bett gehe. Wenn, dann wünsche er sich, dass der Mann zumindest reich sei.

Die WWE hat inzwischen Einträge über Hulk Hogan auf der eigenen Website gelöscht. Und ihn aus der Ehrenliste der Wrestler entfernt. In der Jury einer Reality-Show des Unternehmens darf er ebenfalls nicht mehr sitzen. Als Reaktion äußerte sich Hogan auf Twitter: "In diesem Sturm gebe ich alle Kontrolle ab, Gott und sein Universum werden mich dorthin segeln, wo sie mich haben wollen".

Die Skandale des Wrestlers

Die Rassismus-Vorwürfe stehen am Ende einer Reihe von Fehltritten in der jüngeren Vergangenheit des 61-Jährigen. Erst Anfang Juli hatte Hogan mit einer Klage versucht, ein Video, das ihn beim Sex mit der Frau eines Freundes zeigt, aus dem Gerichtssaal zu verbannen. Nur ein paar Tage später kam es aus unbekannten Gründen zu einer Massenschlägerei in seiner Bar in Florida. "The Hulkster" selbst war dabei nicht anwesend.

Wie sich der Streit weiterentwickeln wird, ist unklar. Es ist nämlich nicht das erste Mal, dass der Sportvermarkter dem erfolgreichen Wrestler kündigt. 1981 hatte Hogan ohne Absprache mit dem Konzern eine Rolle in Sylvester Stallones Film "Rocky 3" angenommen. Die Entlassung wurde damals mit Vertragsbruch begründet. Drei Jahre später kehrte er offiziell zu WWE zurück.

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