"Yasi" in Australien Zyklon verwüstet ganze Landstriche

Der Zyklon "Yasi" hat über Nacht enorme wirtschaftliche Schäden angerichtet. Die Vorsichtsmaßnahmen der australischen Regierung scheinen sich trotz allem ausgezahlt zu haben: Bislang gibt es keine Meldungen über Tote.

Der Wirbelsturm Yasi hat in Australien eine Spur der Verwüstung hinterlassen - die schlimmsten Befürchtungen sind aber offenbar nicht eingetreten. "Nach ersten uns vorliegenden Informationen sind wir stark erleichtert", sagte die Ministerpräsidentin von Queensland, Anna Bligh, zu Journalisten. Den bisherigen Berichten zufolge gebe es keine Toten.

Mehr als 10.000 Menschen haben inzwischen wieder ihre Notunterkünfte verlassen dürfen. In diesen hatten sie über Nacht Schutz vor einem der schwersten Stürme gesucht, der in den vergangenen Jahrzehnten über dem Nordosten Australiens gewütet hatte. Die Behörden zeigten sich überrascht, dass keine Berichte über Tote vorlagen, wiesen aber darauf hin, dass einige Gemeinden nach dem Sturm noch abgeschnitten seien und Tausende ihr Obdach verloren hätten.

Zu den am heftigsten getroffenen Orten gehören der kleine Ort Mission Beach zwischen Cairns und Townsville sowie die Stadt Tully, rund dreißig Kilometer von der Küste entfernt. Allein in dieser Stadt sei jedes dritte Haus zerstört oder das Dach abgedeckt worden, sagte die Ministerpräsidentin des Staates Queensland, Anna Bligh. Mehr als 180.000 Haushalte waren ohne Strom. Die Wiederherstellung der Stromversorgung sei eine der vorrangigsten Aufgaben, sagte Bligh. Dies könne in einigen Regionen aber Tage, wenn nicht gar Wochen dauern.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 Kilometern pro Stunde war der Zyklon in der Nacht über die Küstengebiete im nordöstlichen Staat Queensland hinweg gefegt. Nach Mitteilung der Meteorologen wurde der Zyklon bereits herabgestuft, noch während er über sich über dem Bundesstaat befand. Der Wirbelsturm der höchsten Kategorie fünf der international gebräuchlichen Saffir-Simpson-Skala wurde auf die Kategorie zwei herunter gestuft. Yasi entwurzelte unzählige Bäume, sodass Rettungsdienste zunächst versperrte Straßen räumen mussten.

Yasi habe wahrscheinlich große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. Experten waren dabei, die Schäden im Norden des Bundesstaates abzuschätzen. Cairns, eine Stadt mit 122.000 Einwohnern, rund 1700 Kilometer nördlich von Brisbane lag zwar in der "Schusslinie" des gewaltigen Wirbelsturms, wurde aber weitgehend verschont. Der Flughafen solle in Kürze wieder öffnen, hieß es Donnerstag.

Das Bureau of Meteorology erwartet in den kommenden zwölf Stunden noch weitere Zerstörungen durch heftige Stürme mit Geschwindigkeiten bis zu 125 Kilometer in der Stunde, während sich der Zyklon in Richtung Georgetown ins Landesinnere bewegt.

In einer der 20 Notunterkünfte in der Stadt Cairns hatten die Schutzsuchenden in der Nacht allen Widrigkeiten zum Trotz dann doch noch Grund zur Freude. Dort brachte eine Frau ein gesundes Mädchen zur Welt, wie Stadträtin Linda Cooper berichtete.

Experten sagten, dass die gute Vorbereitung auf den Sturm, die rechtzeitige Evakuierung sowie neue Bauvorschriften eine schlimmere Verwüstung verhindert hätten. Es wurde befürchtet, dass es zu einer Katastrophe vom Ausmaß des Hurrikans Katrina kommen könnte, der 2005 die US-Metropole New Orleans verwüstete.