Klirrende Kälte und Rekordtemperaturen unter Null lassen die Deutschen frieren. Die Aussichten sind weiterhin eisig: Es wird sonnig, trocken und frostig.
Die Eiseskälte hat Deutschland weiter fest im Griff. Nachdem in der Nacht zum Dienstag die Temperaturen stellenweise auf bis 25 Grad unter Null absackten, erwarteten die Wetterexperten auch in der Nacht zum Mittwoch in einem breiten Streifen über der Mitte Deutschlands wieder klirrenden Frost. In Thüringen erfror eine 77-jährige Frau.
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Gefrorene Eisschollen auf der Elbe in Dresden: Winterkälte hat Deutschland derzeit fest im Griff. (© Foto: dpa)
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Die demenzkranke Frau war nach Polizeiangaben am Montagmorgen in Weimar von einem Zeitungszusteller tot in einer Gartenanlage entdeckt worden. Tags zuvor war die 77-Jährige aus einem Seniorenheim verschwunden und daraufhin vermisst gemeldet worden. Wegen ihrer Erkrankung konnte sie sich schlecht orientieren und fand offenbar nicht mehr zurück.
Die bislang kälteste Nacht dieses Winters bescherte am Dienstag vor allem einem breiten Streifen von Nordrhein-Westfalen über das südliche Niedersachsen, Thüringen, Sachsen und das südliche Brandenburg eisige Temperaturen von minus 20 Grad Celsius und darunter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) registrierte an seiner Messstation Garsebach bei Meißen in Sachsen mit 24,8 Grad unter Null die deutschlandweit tiefste Temperatur. In Delitzsch bei Leipzig maß der private Wetterdienst Meteomedia sogar minus 26 Grad Celsius.
Auch an anderen Orten in Deutschland fielen die Thermometer: In Dippoldiswalde-Reinberg registrierte der DWD minus 24,5 Grad und in Doberlug-Kirchhain in Brandenburg minus 24,2 Grad. Auch im Westen wurde örtlich die Minus-20-Grad-Marke unterschritten, wie in Bökenförde bei Lippstadt mit minus 23,2 Grad. Für Bökenförde und Dippoldiswalde-Reinberg waren dies Rekordwerte für den Monat Januar, allerdings wird laut DWD an diesen Orten erst seit 1991 beziehungsweise 1980 gemessen.
Auch die Bahn hatte mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen. Viele große Bahnhöfe von Köln bis Leipzig meldeten Verspätungen bis zu einer Stunde, teilweise auch darüber. Nach Angaben einer Bahnsprecherin für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt kam es durch den extremen Frost unter anderem zu Weichenstörungen. Auch Türen in Zügen froren ein oder schlossen nicht mehr. Es wurden zusätzliche Mitarbeiter mobilisiert, um die Störungen zu beheben. Nach Angaben der Bahnsprecherin ist wegen der frostigen Temperaturen auch am Mittwochmorgen noch mit Verspätungen zu rechnen.
In Ungarn sind in den vergangenen Tagen mindestens fünf Menschen bei Temperaturen von minus zehn Grad Celsius erfroren. Vier Opfer wurden in ihren ungeheizten Wohnungen tot gefunden, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI am Montag berichtete. Ein 50-jähriger Mann fiel im Hof seines eigenen Hauses in der nordostungarischen Region Miskolc hin, konnte nicht mehr aufstehen und starb an Unterkühlung.
Am Mittwoch überquert ein Tiefausläufer die Nordhälfte Deutschlands mit leichtem Schneefall und sorgt dort vorübergehend für leichte Milderung.
In der Südhälfte wirkt hingegen Hoch Angelika: Am Donnerstag nimmt der Hochdruckeinfluss überall zu, und es wird sonnig, trocken und frostig. "Zum Wochenende setzt sich in der Höhe von Westen her allmählich mildere Luft durch, in bodennahen Schichten macht sich diese aber nur zögerlich bemerkbar, in vielen Niederungen bleibt es also noch bei Dauerfrost", sagte Gustav Puhr vom Wetterdienst Meteomedia am Dienstag.
Im Lauf des Mittwochs verlagert sich ein Wolkenband vom Norden in die Mitte Deutschlands. Zu Beginn ist an der Nordsee auch Schneeregen oder Regen möglich, dabei kann sich Glatteis bilden. In der Südhälfte bleibt es durchweg trocken und oft sonnig, im Alpenvorland und zum Teil auch am Oberrhein muss jedoch nach wie vor mit hartnäckigem Hochnebel gerechnet werden. Am Nachmittag werden die Wolken auch zwischen Main und Donau zunehmen. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen minus sieben und minus zwei Grad, im Norden ist es milder.
Nach erneut bitterkalter Nacht wird der Donnerstag freundlich und sonnig. An der Nord- und Ostsee ziehen tagsüber mit Südwestwind dichte Wolkenfelder auf, die gegen Abend mitunter ein wenig Schnee oder Regen bringen. Örtlich kann sich Glätte bilden. Die Temperaturen steigen meist nicht über minus sechs bis null Grad, nur im Nordwesten ist es eine Spur milder. Der Freitag wird im Nordosten und äußersten Norden trüb. Stellenweise fällt etwas Schnee oder Nieselregen, dabei besteht weiterhin Glatteisgefahr. Ansonsten überwiegt meist der Sonnenschein. Die Höchstwerte bewegen sich von Süd nach Nord zwischen minus fünf und plus vier Grad.
Bei den Temperaturen spielen nach Erläuterungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach örtliche Gegebenheiten eine große Rolle. Vor allem in Mulden und Senken und in Mittelgebirgstälern sammle sich die schwere Kaltluft am Grund. Unmittelbar neben solchen Kältelöchern könne es schon wesentlich milder sein.
Die gegenwärtige Kältewelle steht nach Angaben von Experten in keinem Widerspruch zur weltweiten Erderwärmung. "Auch unter Klimawandel-Bedingungen ist es nicht ausgeschlossen, dass es bei uns im Winter noch mal kalt wird", sagte Meteorologe Ansgar Engel vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Die Frostwelle habe rein gar nichts mit dem Klimawandel zu tun.
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(dpa/AFP/cag)
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...wie lange es dauert, bis einer der Leute, die im Sommer noch über "Global Warming" und Klimawandel geheult haben nunmehr eine neue Eiszeit prophezeien.
Leider ist es so, dass man für wissenschaftliche Untersuchungen wie "Mückensterblichkeit im Westerwald" zunächst einmal kein Geld bekommt. Mit der Überschrift "Mückensterblichkeit im Westerwald vor dem Hindergrund des globalen Klimawandels" hingegen werden einem je nach Publicity die Gelder später nachgeworfen.
Freuen wir uns doch über unseren schönen Winter!