Wintereinbruch Zweistellige Minusgrade zur Wochenmitte erwartet

Selbst in Griechenland bibbern die Menschen - der Winter hat Europa fest im Griff. In Deutschland werden zwar heute vielerorts knapp über null Grad erreicht. Doch dadurch verwandeln sich die Straßen in spiegelglatte Rutschpisten - und zur Wochenmitte wird es schon wieder bitterkalt.

Heftige Schneefälle und eisige Temperaturen - zum zweiten Advent ist der Winter über Deutschland hereingebrochen. Zwar entspannt sich die Wetterlage zum Wochenbeginn vorübergehend. Die Temperaturen lagen in der Nacht zum Montag teilweise wieder über null Grad, schwere Unfälle aufgrund von Glätte oder Schnee wurden bis zum frühen Morgen nicht gemeldet. Doch das etwas mildere Wetter hält nicht lange vor.

Schon in der Nacht zum Dienstag soll es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) fast überall wieder schneien. Bis Mitte der Woche sei zudem mit zweistelligen Minustemperaturen zu rechnen.

In Großkühnau bei Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt wurde am Samstag eine Frau tot in einem Park gefunden. Sie sei offenbar erfroren, teilte die Polizei mit. Auch in einem Berliner Hinterhof wurde ein Mann tot gefunden. Die Todesursache war zunächst unklar. In Mecklenburg-Vorpommern und in Hamburg retteten Helfer zwei Menschen aus der Kälte.

"Härtester Winter seit 20 Jahren in Russland"

Nicht nur in hierzulande machen die bitterkalten Temperaturen den Menschen zu schaffen - weiter östlich auf der Landkarte ist die Situation ungleich dramatischer. "In diesem härtesten Winter seit 20 Jahren in Russland sind in Moskau bereits mindestens sechs Menschen erfroren", sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums der Agentur Interfax. In Tschechien erfroren am Wochenende drei Menschen, wie die Agentur CTK meldete. In Serbien sorgte mehr als ein halber Meter Neuschnee für ein Verkehrschaos. Dort starben zwei Menschen in der Kälte. In Kroatien kamen vier Personen ums Leben.

Selbst in Griechenland hat der Winter die Menschen fest in seinem eisigen Griff: In der Region um die Kleinstadt Florina im Norden des Landes herrschten am Montagmorgen Temperaturen von minus fünf bis minus sieben Grad. Zahlreiche Straßen waren nur mit Schneeketten befahrbar. Wegen der vereisten Straßen blieben die Schulen geschlossen. Auch in der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki kam es zu einem Verkehrschaos. Wegen Eisregens ereigneten sich mehrere Unfälle, wie die Polizei mitteilte.

Bundespräsident Joachim Gauck saß am Samstag mehrere Stunden in der kroatischen Hauptstadt Zagreb fest. Wegen Schneetreibens war der Flughafen zeitweilig geschlossen.

Auch andere Reisende stellt das Winterwetter auf eine Geduldsprobe: Am Frankfurter Flughafen wurden allein am Sonntag mehr als 350 Flüge gestrichen, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Am Abend und in der Nacht zum Montag beruhigte sich die Lage wieder etwas. "In den letzten Stunden hatten wir nur geringe Beeinträchtigungen", sagte ein Sprecher. Für Behinderungen könnten am Montag jedoch Warnstreiks auf deutschen Airports sorgen.

Die Deutsche Bahn drosselte am Sonntag die Geschwindigkeit ihrer Züge für den Fernverkehr auf 200 Stundenkilometer. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, um Betriebsschäden zu verhindern, sagte eine Bahnsprecherin.

Auf den deutschen Straßen bleibt es auch in den kommenden Tagen glatt. Autofahrer müssten sich auf Glatteis und Schneeverwehungen einstellen, sagte eine Mitarbeiterin des Deutschen Wetterdienstes.

Was Autofahrer ärgert, freut Wintersportler: Viele nutzten am Wochenende das Winterwetter und stürmten die Pisten. Zu einem tödlichen Unfall kam es im österreichischen Wintersportgebiet Saalbach: Ein Skifahrer aus München stürzte und prallte mit Oberkörper und Kopf auf die Piste.