Wintereinbruch Kältewelle erreicht Deutschland

Stürmisches Wetter auf der London Bridge in England am 21. Oktober 2014.

(Foto: Getty Images)
  • Meteorologen kündigen einen ersten Wintereinbruch an: Sie rechnen mit Schnee in den Mittelgebirgen und Alpen sowie mit einer Sturmflut an der Nordsee.
  • Einem Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes zufolge sei ein Wintereinbruch Ende Oktober nicht ungewöhnlich.
  • Ausläufer des Hurrikans "Gonzalo" haben am Dienstag in Großbritannien zu Flugausfällen geführt. Eine Frau in London wurde von einem umstürzenden Baum getötet.

Der Winter kommt

Nach dem goldenen Oktober soll es nun stürmisch und wahrscheinlich sogar winterlich werden. In den Mittelgebirgen und den Alpen kann es von Mittwochmorgen an oberhalb von 800 Metern schneien. An der Nordseeküste wird die erste Sturmflut dieses Herbstes erwartet.

Schnee in den Mittelgebirgen und Alpen

Mit einem heftigen Wintereinbruch ist in höheren Lagen der bayerischen Alpen zu rechnen: Bis Freitag wird oberhalb von 1500 Metern bis zu einem Meter Schnee erwartet. Auf Deutschlands höchstem Berg, der 2962 Meter hohen Zugspitze, können es sogar 1,20 Meter sein. Auch in den Mittelgebirgen könnten die höchsten Kammlagen weiß sein. Auf dem Feldberg im Schwarzwald seien bis zu 20 Zentimeter Schnee möglich.

"Ein Wintereinbruch Ende Oktober ist nichts Ungewöhnliches. Es ist eher ungewöhnlich, dass auf der Zugspitze zu dieser Zeit noch kaum Schnee liegt", sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München.

Sturm an der Nordsee

An der Nordsee soll in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochmittag ein Sturm das Wasser bis zu zwei Meter über das normale Hochwasser steigen lassen. Strände, das Vorland und Hafenflächen könnten überflutet werden, warnte der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Auch die Niederlande bereiten sich auf einen schweren Herbststurm vor: Vorsorglich sollten einige Deich-Durchgänge geschlossen werden.

Flüge in Holland und England gestrichen

Die Fluggesellschaft KLM strich am Amsterdamer Flughafen Schiphol einige Flüge. Schuld sind die Ausläufer des Hurrikans "Gonzalo", sie waren auch in Großbritannien zu spüren: An Europas größtem Flughafen Heathrow wurden am Dienstag vorsichtshalber 80 Flüge von und nach London gestrichen, wie eine Sprecherin sagte.

Frau wird von umstürzenden Baum getötet

Mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde traf der Sturm besonders die Westküste Großbritanniens. In Schottland blieben Fähren in den Häfen, Brücken wurden geschlossen. Auch mitten in London wüteten die Ausläufer von "Gonzalo", der am Wochenende mit voller Wucht auf die Bermuda-Inseln getroffen war. Eine Frau in London wurde von einem umstürzenden Baum tödlich verletzt.