Wintereinbruch in Europa Fast 20 Zentimeter Neuschnee bis Montag

Gestrichene Flüge in Frankfurt, gedrosselte Schnellzüge, Kältetod in Berlin und eine Geburt auf einer verschneiten Autobahn in Serbien. Der Winter ist über halb Europa hereingebrochen.

Deutschland versinkt im Schnee: Zum zweiten Advent haben Eis, Schnee und Sturm halb Europa ein extrem winterliches Wochenende beschert.

Der Wintereinbruch hat am Sonntag auf dem Frankfurter Flughafen für massive Behinderungen gesorgt. Bis zum Nachmittag mussten 270 Flüge annulliert werden. Betroffen waren 133 ankommende und 137 abfliegende Maschinen. Gegen 14 Uhr wurde der Flughafen eine Stunde lang für ankommende Flugzeuge gesperrt. Durch den Schneefall hatten sich zahlreiche Starts verzögert, wodurch sich am Boden ein Stau von abfliegenden Maschinen gebildet hatte. Nach Angaben der Sprecherin verspäteten sich zudem sehr viele Flüge. Auch mit weiteren Ausfällen musste gerechnet werden. Passagiere wurden gebeten, sich auf den Internetportalen des Airports oder bei ihrer Fluggesellschaft über eventuelle Verspätungen oder Ausfälle zu Informieren.

Nach eisigen Wintertemperaturen und teils starkem Schneefall hat die Deutsche Bahn die Geschwindigkeit für den bundesweiten Fernverkehr auf 200 Stundenkilometer gedrosselt. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, um Betriebsschäden zu verhindern, so eine Unternehmenssprecherin. Reisende müssten dadurch derzeit im Fernverkehr mit Verspätungen von bis zu 30 Minuten rechnen. Zugausfälle habe es aber bislang aufgrund der Kälte noch nicht gegeben.

Am Samstag wurde in Berlin ein Unbekannter tot in einem Hinterhof gefunden. Die Todesursache war nach Polizeiangaben zunächst unklar. Medienberichten zufolge könnte der Mann der erste Kältetote in diesem Winter in Berlin sein.

Schnee, Eis und Frost auch im Rest Europas

Eine Wetteränderung ist nicht in Sicht: "Schnee, Eis und Frost werden uns auch im Laufe der Woche begleiten", so eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes. Ab Wochenmitte sei mit zweistelligen Minustemperaturen zu rechnen. Die Meteorologen erwarten zum Montag erneut bis zu 20 Zentimeter Neuschnee: "Dabei weht auf den Höhenlagen ein zum Teil stürmischer Wind, was verbreitet Schneeverwehungen zur Folge hat." Nur am Niederrhein steigen die Temperaturen über den Gefrierpunkt. Dort kann der Schnee in Regen übergehen und auf dem kalten Boden zu gefährlichem Blitzeis gefrieren.

In den Niederlanden gab es am Wochenende auf vereisten Straßen viele Unfälle. In der Provinz Friesland starb ein 45-Jähriger, dessen Wagen auf der Autobahn ins Schlittern geriet und sich überschlug. In Moskau fielen wegen Schnee und Eisregen etliche Flüge auf den internationalen Flughäfen aus. "In diesem härtesten Winter seit 20 Jahren in Russland sind in Moskau bereits mindestens sechs Menschen erfroren", sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums.

In Tschechien erfroren am Wochenende drei Menschen: Eine 47-jährige Obdachlose wurde tot auf der Bank eines Busbahnhofs in der osttschechischen Stadt Roznov pod Radhostem gefunden. Im Norden des Landes erfroren zudem ein 67 und ein 58 Jahre alter Mann im Freien.

Bundespräsident Joachim Gauck saß am Samstag mehrere Stunden in Kroatien fest. Wegen Schneetreibens war der Flughafen Zagreb geschlossen. In dem Land starben am Wochenende vier Menschen bei Schnee und Kälte.

Mehr als ein halber Meter Neuschnee sorgte auch in Serbien für ein Verkehrschaos. Zwei Menschen starben dort in der Kälte. Eine Frau brachte auf dem Weg zum Krankenhaus in ihrem steckengebliebenen Auto ein gesundes Kind zur Welt, wie das staatliche Fernsehen berichtete. Sie nannte das Mädchen Snezana, was in der serbischen Sprache Schneewittchen bedeutet.