40 Zentimeter Neuschnee, Lawinenabgänge, eisglatte Straßen: Es ist so winterlich wie seit 30 Jahren nicht mehr - und nun bahnt sich schon das nächste Schneetief an.
Bis zu drei Meter hoch türmten sich am Wochenende die Schneewehen, in denen im Nordosten Deutschlands dutzende Autofahrer über Stunden feststeckten. Tief Keziban hatte die Menschen der Region mit bis zu 40 Zentimetern Neuschnee überrascht, der von heftigen Böen zu massiven Blockaden geformt wurde. Fahrten mit Bahn, Bus oder Auto wurden vielerorts unmöglich, etliche Menschen saßen fest. In Mecklenburg-Vorpommern gab es selbst für Räumfahrzeuge und Abschleppdienste zeitweise kein Durchkommen mehr.
Eingeschneit: Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr befreien auf der Insel Rügen ein Auto aus einer Schneewehe. (© Foto: dpa)
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Bundesweit gab es hunderte wetterbedingte Unfälle, obwohl die Räumdienste im Dauereinsatz waren. Mindestens drei Menschen starben. Etliche Autobahnen mussten zeitweise gesperrt werden, nachdem Lastwagen verunglückt oder an Steigungen liegen geblieben waren. Die Bahn stellte den Verkehr auf vielen Strecken komplett ein - oft war auch kein Ersatzverkehr möglich. Betroffen war auch der Fernverkehr: Die IC-Züge auf der Strecke Schwerin-Rostock-Stralsund fielen aus, die aus Hamburg endeten in Schwerin.
In den Allgäuer Alpen in Bayern gingen am Sonntag nahe einer Piste drei Lawinen ab, die möglicherweise mehrere Menschen verschütteten. "Bislang wurde noch keine Person vermisst gemeldet", sagte ein Polizeisprecher zwei Stunden nach den Abgängen am Hochgrat. Auch auf dem Feldberg im Schwarzwald löste sich eine Lawine. Zwei Skifahrer wurden dabei am Samstag gegen Bäume geschleudert und schwer verletzt.
Nur Deutsche, die deutlich älter als 30 Jahre sind, können sich an einen ähnlich schneereichen Winter wie diesen überhaupt erinnern. "Eine flächendeckende Schneemenge, die so lange hält, hatten wir das letzte Mal im Winter 1978/79", sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Damals war der Winter kälter, die Höchstwerte lagen mehrere Tage lang im zweistelligen Minusbereich. Insgesamt war der Januar 1979 vier bis fünf Grad zu kalt, 31 Jahre später sind die Temperaturen "nur" drei Grad zu niedrig.
Am höchsten liegt der Schnee auf der Zugspitze mit gut zwei Metern. Insgesamt hat es in Mecklenburg-Vorpommern am meisten geschneit. Dort liegen bis zu 55 Zentimeter Schnee. Damit hängt Mecklenburg-Vorpommern sogar Bayern ab. "Dort hat es gar nicht so doll geschneit", sagte Paetzold. So liegen etwa im Bayerischen Wald und in Regensburg 23 Zentimeter Schnee, in Bamberg sind es sogar nur neun Zentimeter.
Zurzeit gibt es in Deutschland zwar viel Schnee, aber zu wenig Sonnenschein. Im Januar 2009 war es genau andersherum: Damals lag nur in einigen Regionen Schnee, dafür ließ sich die Sonne ungewöhnlich oft blicken. 2009 schneite es bis in den März hinein, was laut Paetzold nicht ungewöhnlich ist.
Wie lange der Winter 2010 noch dauern wird, ist ungewiss. Ein Ende ist laut DWD noch nicht abzusehen, er scheint sich zur "Never ending Story" zu entwickeln. Denn neue Schneemassen werden bereits angekündigt.
Ein Tiefdruckgebiet über Skandinavien bringe feuchte Arktikluft und Schneeschauer, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Vor allem am Dienstag und Mittwoch müsse man sich auf neue Schneemassen einstellen.
Im Bergland könnten dabei mehr als 15 Zentimeter fallen. Die Temperaturen erreichen in den kommenden Tagen Höchstwerte bis zu 4 Grad. Die Nächte bringen weiter strengen Frost und örtliche Tiefstwerte bis zu minus 15 Grad.
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(dpa/sonn/bön)
Frankreich braucht Energie vom Atommuffel Deutschland
Es ist halt mal wieder Winter - so schlimm ist das nicht. Hier wird von Chaos gesprochen, dabei funktioniert fast alles reibungslos.
Es wird einfach eine notwendige Sorgfalt benötigt und gut ist. Tragisch so einen Aufstand zu machen, nur weil das Wetter mal ein wenig dem Klima dieser Breiten entspricht.
Liebe SZ.
Was an meinem Kommentar gegen die Netiquette verstossen soll, das könnt Ihr mir gern mal erläutern.Ich kann nur den Kopf schütteln...
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