Wetter Hunderte Unfälle auf spiegelglatten Straßen

Rettungskräfte bergen ein Auto aus dem Neckar in Stuttgart (Baden-Würtemberg).

(Foto: dpa)
  • In weiten Teilen Deutschlands hat Blitzeis Autofahrer und Fußgänger überrascht.
  • Vor allem im Südwesten gab es zahlreiche Unfälle.
  • Wie viele Menschen verletzt wurden, ist noch unklar.

Zahlreiche Unfälle im Südwesten

Blitzeis hat in der Nacht in weiten Teilen Deutschlands zu Unfällen geführt. Im Südwesten habe es mindestens 145 Unfälle gegeben, teilt das Innenministerium in Stuttgart mit. Dabei seien mindestens drei Menschen schwer, viele weitere leicht verletzt worden. Regen, der gegen Mitternacht auf den gefrorenen Boden gefallen war, habe Straßen und Gehwege in gefährliche Rutschbahnen verwandelt.

Allein die Ulmer Polizei rückte bis zum Morgen zu 19 Glatteisunfällen aus, bei denen sieben Menschen verletzt wurden. Den Schaden schätzen die Beamten auf mehrere 100 000 Euro. Besonders glatt war es nach Angaben von Behörden und Wetterexperten in den Höhenlagen der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald.

Noch während eine Unfallstelle auf der A81 nahe Heilbronn von Polizisten gesichert wurde, verloren mehrere Fahrzeuge an der selben Stelle die Kontrolle: Vier Autos, ein Sattelzug sowie ein Reisebus krachten jeweils gegen den Vorausfahrenden. Eine 25-Jährige erlitt schwere Verletzungen, zwei weitere Menschen kamen mit leichten Blessuren davon. Die Polizei sperrte die A81 für mehrere Stunden.

Quer stehende Laster sorgen für Stau

In Stuttgart rutschte ein Auto vom Uferdamm in den Neckar. Fahrer und Beifahrer konnten sich selbst befreien und wurden von Rettungskräften aus dem eisigen Wasser gezogen. Sie kamen in Krankenhäuser.

Auch in anderen Regionen krachte es. So etwa in Thüringen auf der A4, A9 und A71 mehrfach. Zudem sorgten quer stehende Laster zeitweise für Stau. Auf der A9 Richtung Berlin kam der Fahrer eines mit Äpfeln beladenen Lastwagens von der Fahrbahn ab. Der Lkw sei einen Abhang hinuntergerutscht und der Fahrer eingeklemmt worden, berichtete die Polizei. Auf der A71 überschlug sich ein Auto und blieb auf dem Dach liegen. Der Fahrer wurde verletzt.

Blitzeis auch im Norden und Osten

In Niedersachsen wurden vier Insassen eines Kleinbusses leicht verletzt, als ihr Fahrzeug in der Nacht nahe Ankum von der Straße rutschte, wie die Polizei mitteilte. In Hannover sei es zu etwa 32 Unfällen gekommen, 14 davon auf der Autobahn 2. In Bremen und Braunschweig verursachte die Glätte jeweils 15 Unfälle. Die Polizei in Gießen zählte 25 Glätte-Unfälle, bei denen ein Gesamtschaden von mehreren zehntausend Euro entstand.

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie in Teilen von Sachsen und Brandenburg muss mit Schneeglätte und Blitzeis gerechnet werden. Größere Unfälle blieben aber bis zum Morgen aus.

Im Schienenverkehr gibt es bislang keine Probleme, ließ die Deutsche Bahn wissen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte für die zweite Nachthälfte "in einem Streifen von Schleswig-Holstein und Mecklenburg bis zum Alpenrand teils gefrierenden Regen, teils Schnee" angekündigt und warnt weiterhin vor Blitzeis.