Nach der Landung der US-Raumsonde "Spirit" hatte das Fahrzeug Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Mars-Oberfläche zur Erde gefunkt. Inzwischen konnte der Roboter eine zweite Antenne ausfahren und erste Farbbilder vom Roten Planeten senden. Die europäische Sonde "Beagle 2" wird weiter vermisst.
In den kommenden Tagen wollen die Nasa-Wissenschaftler vor allem alle Geräte und Instrumente des geländefähigen Fahrzeugs austesten, damit es dann losrollen und den Mars erkunden kann.
Eine Panorama-Aufnahme der Mars-Oberfläche, die Spirit kurz nach der Landung zur Erde gesendet hatte. Inzwischen sind auch Farbaufnahmen bei der Nasa "eingegangen". (© Foto: AP)
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Nach sieben Monaten und einer über 400 Millionen Kilometer langen Reise war "Spirit" am Sonntagmorgen (MEZ) im Gusev-Krater südlich des Marsäquators gelandet. In den kommenden Wochen soll er auch mit Hilfe deutscher Technologie nach Lebensspuren suchen. Im Nasa- Kontrollzentrum in Pasadena war die erfolgreiche Landung bejubelt worden.
Hochzufrieden äußerten sich auch Nasa-Sprecher über die zahlreichen Bilder in ausgezeichneter Qualität, die zunächst in schwarz-weiß und dann in Farbe auf der Erde eintrafen. Zu sehen sind die Mars-Oberfläche, der Marshorizont und Teile des Fahrzeugs.
Deutliche Unterschiede zu früheren Aufnahmen
Die Bilder zeigten ein Gelände, das sich deutlich von den früheren Mars-Aufnahmen aus den Jahren 1976 und 1987 unterschieden. Die Bilder werden von Kameras auf Masten in etwa 1,5 Meter Höhe über dem Marsboden gemacht. Von den insgesamt acht hochauflösenden Kameras erwartet die Nasa weitere "fantastische" Bilder vom Roten Planeten.
Der beim Jet Propulsion Laboratory (JPL) der Nasa für die Landung verantwortliche Wissenschaftler Rob Manning zeigte sich begeistert. "Das war alles perfekt."
Nasa-Chef Sean O'Keefe hatte von einer "außerordentlichen Leistung" gesprochen und in Anspielung auf die letzten fehlgeschlagenen Landeversuche der Nasa auf dem Mars 1999 und den Absturz der Raumfähre "Columbia" vor elf Monaten betont, dass der Erfolg auch zeige, dass die Nasa lernfähig sei.
Schon kurz vor diesem Erfolg auf dem Mars hatte die Nasa Grund zum Jubel. Die Sonde "Stardust" hatte am Freitag erstmals in der Geschichte der Raumfahrt den "Sternenstaub" eines Kometen eingesammelt.
Hoffen auf das Mutterschiff
Unterdessen blieb für die Europäische Weltraumagentur ESA nur die Hoffnung: Bereits vor zwei Wochen war der europäische Roboter "Beagle 2" auf dem Mars gelandet, doch fehlt von ihm noch jedes Lebenszeichen.
Das "Beagle"-Mutterschiff "Mars Express", das von Sonntag an in eine neue Bahn um den Mars manövriert wurde, könnte ab Mittwoch die Signale des Roboters empfangen, hoffen die europäischen Experten. Die Kommunikationsversuche der amerikanischen Sonde "Odyssey" waren vergebens geblieben.
Der 173 Kilogramm schwere US-Roboter "Spirit" bleibt nun neun Tage lang an seinem Landeort, bis er auf seinen sechs Rädern zur ersten Erkundungsfahrt aufbricht. Die Nasa erwartet, dass die Abenteuer des Roboters und seines drei Wochen später folgenden Zwillingsbruders "Opportunity" wie schon bei dem "Sojourner"-Roboter der Pathfinder- Mission 1997 Millionen Zuschauer vor die Fernseher locken wird. Rund 820 Millionen Dollar (647 Millionen Euro) kostet das Mars-Projekt der Nasa.
Die Rover haben einen viel größeren Aktionsradius als ihre Vorgänger. "Spirit" und "Opportunity" können an einem Tag weiter fahren als "Sojourner" während seiner gesamten Lebensdauer. Mit Hilfe ihrer Instrumente untersuchen sie dabei Gesteinsbrocken auf Wasserspuren und organische Moleküle - und damit auf Zeichen von Leben. Entscheidend sind dabei auch zwei in Deutschland gebaute Spektrometer für die Gesteinsanalyse.
(sueddeutsche.de/dpa)
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