Offenbar hat ein 88 Jahre alter Neonazi im Holocaust-Museum in Washington um sich geschossen. Ein Sicherheitsbeamter wurde tödlich verletzt.

Ein 88 Jahre alter Neonazi mit Verbindungen zu verschiedenen rechtsradikalen Gruppen hat nach Medienberichten am Mittwoch an der Sicherheitssperre des Holocaust-Museums in Washington völlig überraschend das Feuer eröffnet und einen Sicherheitsbeamten niedergeschossen. Der Beamte starb nach Angaben der Museumsleitung wenige Stunden später im Krankenhaus.

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Die Polizeit sperrt das Gelände um das Holocaus-Museum ab. (© Foto: dpa)

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Zwei weitere Sicherheitsbeamte erwiderten das Feuer auf den Schützen und verhinderten damit, dass er weiter in das Gebäude eindringen konnte. Bei dem Schusswechsel wurde der Schütze selbst getroffen, wie ein Polizeisprecher bestätigte.

Das Auto des unter Verdacht stehenden Rechtsextremisten wurde in der Nähe des Museums gefunden, verlautete aus Ermittlerkreise. Der Wagen werde derzeit auf Sprengstoff untersucht, hieß es. Polizeichefin Kathy Lanier erklärte, offenbar habe es sich um einen Einzeltäter gehandelt.

Dem Sender CNN zufolge wurde der Täter als ein 88 Jahre alter Mann identifiziert, der bereits zuvor als "eingefleischter" Rechtsextremist und Rassist bekanntgewesen sei.

"Die Leute haben geschrien"

Eine Augenzeugin sagte, sie habe den Schützen gesehen, als er das Gebäude betrat. Er habe eine "lang aussehende Waffe" gehalten. Dann habe sie ungefähr fünf Schüsse gehört. "Die Leute haben geschrien und sich auf den Boden und unter Bänke geworfen", berichtete die 22-Jährige.

Eine andere Augenzeugin, die mit ihren Großeltern die Ausstellung besuchte, schilderte, wie ein Wachmann auf den Schützen gefeuert habe. "Ich habe einen Mann bäuchlings auf dem Boden gesehen und als ich nochmals zurückgeschaut habe, war überall Blut. Ich glaube, er war schwer getroffen."

US-Präsident Barack Obama äußerte sich betrübt über den Zwischenfall.

Nach Angaben eines Museumssprechers wurde das Gebäude geräumt, nachdem die ersten Schüsse zu hören gewesen waren. Später wurden die Straßen rund um das Museum, das ungefähr 500 Meter vom Weißen Haus entfernt liegt, abgesperrt, Hubschrauber kreisten über dem Gebiet.

Das Museum wird streng bewacht. Es wird jährlich von etwa 1,7 Millionen Menschen besucht.

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(dpa/AP/AFP/segi)