Die Herzogin von York hat Ankara mit Aufnahmen aus Waisenhäusern düpiert. Eine türkische Ministerin reagiert gereizt - und nennt "Fergie" böswillig.

Mit heimlich angefertigten Filmaufnahmen von Missständen in türkischen Waisenhäusern hat die Ex-Ehefrau des britischen Prinzen Andrew, Sarah Ferguson, eine diplomatische Krise zwischen Ankara und London ausgelöst.

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Grund für eine diplomatische Krise: Sarah Ferguson im Jahr 2006 (© Foto: AFP)

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Die türkische Frauenministerin Nimet Cubukcu warf der Herzogin von York vor, mit ihren Inkognito-Besuchen politische und anti-türkische Motive verfolgt zu haben, wie türkische Medien am Dienstag berichteten.

Bei ihrem Besuch hatten "Fergie" und ein britischer Journalist nach einigen Angaben Kinder gesehen, die "wie Hunde an Bänke gebunden waren". Andere Insassen hätten in ihren Exkrementen gelegen.

Ferguson habe böswillig gehandelt und wolle die Türkei auch mit Blick auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft anschwärzen, schimpfte Ministerin Cubukcu. Sie verwies darauf, dass an diesem Mittwoch der neue EU-Fortschrittsbericht zum Beitrittskandidaten Türkei vorgestellt werden soll.

Auch Außenminister Ali Babacan kritisierte die Art und Weise, wie die Aufnahmen zustandegekommen seien. Der türkische Botschafter in London protestierte nach Presseberichten beim britischen Außenamt.

Ungeachtet der Kritik an der Herzogin ordneten die türkischen Behörden eine Untersuchung in den Waisenhäusern an. Eines der Häuser öffnete seine Türen für die türkische Presse und zeigte - ganz anders als im Film von Ferguson - zufriedene Kinder in einer wohnlichen und sauberen Umgebung. Die Zeitung Vatan berichtete, in Istanbuler Waisenhäusern sei nach dem Bekanntwerden der britischen Skandal-Bilder zum Wochenanfang ein Großreinemachen angeordnet worden.

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(AFP/grc)