Zwei der bekanntesten Vulkane auf der Erde könnten demnächst ausbrechen: der Mauna Loa auf Hawaii, mit 4170 Meter der höchste Vulkan unseres Planeten, und der Mount St. Helens im US-Bundesstaat Washington, der während eines spektakulären Ausbruchs 1980 seinen Gipfel wegsprengte.
An beiden Feuerbergen haben die Wissenschaftler der zuständigen Observatorien ungewöhnlich häufige und starke Erdbeben gemessen - ein Zeichen dafür, dass sich in den Schloten der beiden Vulkane Magma, glühende Gesteinsschmelze aus dem Erdinnern, einen Weg nach oben bahnt.
Wissenschaftler rechnen mit einem leichten bis mittleren Ausbruch. (© Foto: ap)
Anzeige
Nach einer Reihe leichterer Erschütterungen am Mount St. Helens, die alle eine Stärke bis maximal 2,5 auf der Richterskala hatten, registrierten die Experten vom Cascades-Vulkanobservatorium (CVO) in Vancouver in der Nacht vom 29. auf den 30. September plötzlich drei bis vier Beben pro Minute, mit einer Stärke bis zu 3,3.
Sie glauben daher, "dass die Wahrscheinlichkeit einer Eruption angestiegen ist", so Cynthia Gardner vom CVO. Alle Erschütterungen ereigneten sich unter dem Lavadom des Mount St.Helens, einer Felskuppe im Zentrum seines hufeisenförmigen Kraters.
Dieser Dom besteht aus erstarrtem Lavagestein und verstopft wie ein Pfropfen den Schlot. Er hatte sich GPS (Global Positioning System)-Messungen zufolge zu Beginn der Woche ein wenig nach Nordwesten verlagert, ist jetzt jedoch wieder stabil.
Auch die Menge an ätzenden Gasen, die aus den Rissen eines aktiven Vulkans strömt und neben den Erdbeben ein wichtiges Indiz für einen bevorstehenden Vulkanausbruch darstellt, hat sich wieder normalisiert, nachdem sie vor wenigen Tagen angestiegen war.
Die Wissenschaftler rechnen mit einem leichten bis mittleren Ausbruch, wobei der Dom explodieren, Lava ausfließen und einige Felsstürze niedergehen könnten. Sie gaben daher vorerst Warnstufe zwei auf der dreiteiligen Gefahrenskala für den Mount St. Helens aus.
Die Verwaltung des Nationalparks, in dem der 2549 Meter hohe Vulkan liegt, sperrte vorsorglich die Wanderwege rund um den Feuerberg. Sollten bei der Eruption Aschewolken bis in mehrere tausend Meter Höhe geschleudert werden, ist der Luftverkehr beeinträchtigt. Die Maschinen müssten den Vulkan dann großräumig umfliegen.
Der feine Staub kann die Triebwerke beschädigen: Bei den hohen Temperaturen in den modernen Flugzeugturbinen werden die Aschepartikel geschmolzen. Sie können einen Belag auf den Triebwerksschaufeln bilden und so die Schubkraft herabsetzen. Das Flugzeug sinkt plötzlich ab oder kann schlimmstenfalls sogar abstürzen.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
Bundespräsident Gauck in Israel