Der britische Flugraum ist bis 14 Uhr am Freitagmittag gesperrt. Eine besondere Beeinträchtigung des europäischen Luftverkehrs bedeutet dabei die Sperrung des größten europäischen Flughafens: London-Heathrow ist ein internationales Drehkreuz. Dort werden pro Tag etwa 1300 Flüge und 180.000 Passagiere abgefertigt.

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Zuvor hatte es erhebliche Störungen mit Flugausfällen an nahezu allen britischen Airports gegeben, darunter an den Londonder Flughäfen Heathrow, Gatwick, Stansted und Luton, sowie den Flughäfen in Manchester, Liverpool, Newcastle und Birmingham.

In Schottland mussten alle Airports schließen, darunter Aberdeen, Edinburgh und Glasgow.

Auch in Frankreich sollen 25 Flughäfen, darunter die beiden Pariser Großflughäfen, bis auf weiteres gesperrt werden.

Ebenfalls massiv von der isländischen Aschewolke beeinträchtigt ist der skandinavische Flugraum: Gut 24 Stunden nach dem zweiten und ungleich gewaltigeren Ausbruch des Vulkans schlossen die Behörden den kompletten Luftraum über Norwegen.

Auch der Luftraum über Schweden, Dänemark und Finnland wurde teilweise gesperrt.

Hitzig und hochexplosiv

Über die mögliche Dauer des Aschewolken-Problems sagte die Sprecherin der isländischen Luftfahrtbehörde Isavia, Hjördis Gudmundsdóttir, in Reykjavik: "Das wissen nur die Wettergötter. Es kann ein paar Tage dauern, aber auch ein paar Jahre."

Wegen der Windrichtung kann der internationale Flugverkehr von und nach Island indes weiter problemlos über den Flughafen Keflavik abgewickelt werden. Die Lufthansa erklärte, dass es auf Langstreckenflügen nach Nordamerika teilweise Verspätungen von wenigen Flugminuten gebe, da die Rauchwolken des Vulkans südlich umflogen werden müssten.

Seit Tagen geht es auf dem namentlich und klimatisch eigentlich eisigen Eiland im Nordatlantik hitzig und hochexplosiv zu. Der Vulkan unter dem Eyjafjallajökull (jökull, isländisch: Gletscher) auf Island spuckt glühende Lava - und vor allem riesige Mengen Asche in die Luft. Die Aschewolken sollen bis zu elf Kilometer hoch in den Himmel geschleudert worden sein.

"Jetzt ist es wirklich riesig"

Auf Island mussten nach dem massiven Vulkanausbruch in der Nacht zum Mittwoch mehr als 700 Anwohner ihre Häuser verlassen. Schnell schmelzendes Eis vom Eyjafjallajökull führte zu Überschwemmungen. Die Fluten bedrohen auch Islands wichtigste Straßenverbindung entlang der Südküste. Sie wurde vorsorglich gesperrt.

Der nach fast 200 Jahren wieder ausgebrochene Gletscher-Vulkan auf Island hat seine Aktivitäten dramatisch verstärkt. "Okay, jetzt ist es wirklich riesig", kommentierte ein Reporter des Rundfunksenders RUV die Angaben aus dem Seismologischen Institut in Reykjavik: Die neuerlichen Eruptionen waren zehn bis zwanzig Mal so stark wie die des ersten Ausbruchs von vor gut drei Wochen. Der seit 1823 inaktive Vulkan war am 21. März erstmals wieder ausgebrochen.

Island ist durch vulkanische Aktivitäten entstanden. Von 140 Vulkanen sind noch 30 aktiv.

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(sueddeutsche.de/dpa/apn/AFP/AP/jobr/dgr/segi/jab)