Er hat alle Interviewanfragen abgelehnt, mit einer Ausnahme: Der norwegische Attentäter Anders Breivik hat einem ausländischen TV-Sender ein Interview zugesagt. Sein Anwalt ist davon alles andere als begeistert - doch der Massenmörder hat offenbar einen großen Erklärungsdrang.
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik will sich noch vor Beginn seines Strafprozesses im Fernsehen äußern. Der Häftling habe einer "großen ausländischen Mediengesellschaft" ein Interview zugesagt, bestätigte Gøran Nilsson, stellvertretender Direktor des Gefängnisses Ila, der Nachrichtenagentur NTB. Welchen Sender Breivik für seinen Auftritt wählte, wollte Nilsson nicht verraten. Derzeit prüft das Gefängnis noch, ob das Treffen zwischen Häftling und Reportern mit den Sicherheitsbestimmungen vereinbar ist.
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Anders Behring Breivik will sich vor seinem Prozessbeginn im Fernsehen äußern. (© dpa)
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Seit Anfang Januar darf der Mann, der am 22. Juli bei den Anschlägen von Oslo und Utøya 77 Menschen ermordete, im Gefängnis Besuche empfangen. Angehörige oder Bekannte haben Nilsson zufolge bisher kein Interesse bekundet. Wohl aber eine Menge Medienvertreter: In den vergangenen Wochen gingen Interviewanfragen aus der ganzen Welt ein. Breivik lehnte alle ab, nur eine Ausnahme will er Nilsson zufolge machen.
Verteidiger rät von Interview ab
Sehr zum Ärger seines Anwalts Geir Lippestad. Interviews vor Prozessbeginn am 16. April seien "nicht klug", er habe seinem Mandanten dringend davon abgeraten, könne ihn aber nicht hindern, so der Verteidiger.
Der 32-jährige Breivik hat offenbar einen starken Drang, sich öffentlich zu erklären. Vor den Anschlägen hatte er ein mehr als 1000 Seiten starkes "Manifest" ins Netz gestellt, in dem er seine Mordpläne zu rechtfertigen versucht. Bei seinem ersten öffentlichen Gerichtstermin im Dezember wollte er eine Rede verlesen, wurde aber vom Richter gestoppt. Bei seinem Haftprüfungstermin am kommenden Montag werde er das wohl erneut versuchen, sagte sein Anwalt.
Angehörige der Opfer und Überlebende der Anschläge haben sich mehrfach gegen solche Auftritte Breiviks ausgesprochen.
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(SZ vom 01.02.2012/jkz/jobr)
Zum 30. Todestag von Romy Schneider
interessiert sich tatsächlich für den Erklärungsdrang eines 77fachen Mörders?
Und warum meinen Medien ihm eine solche Plattform geben zu müssen?
Bei dieser Tat gibt es keinen Erklärungsbedarf, er hat 77 Menschen ermordet...man darf solchen Typen keine Öffentlickeit geben. Hoffentlich kommt dieses Interesse nicht von einer deutschen Zeitung.