Angriffslustige Wildschweine zwangen vier Spaziergänger bei Darmstadt zur Flucht in einen Müllcontainer, während 13 Borstentiere bei Würzburg selbst ungewöhnliches Asyl suchten.

Vor einer Gruppe angriffslustiger Wildschweine mussten sich vier nächtliche Spaziergänger in einem Wald bei Darmstadt in eine große Mülltonne flüchten. Wie die Polizei in Darmstadt an diesem Montag mitteilte, ging bei Beamten in der Nacht zum Sonntag ein Notruf direkt aus der Metalltonne ein.

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Scheu und nachtaktiv sind die borstigen Wildschweine normalerweise - nur manchmal werden sie aggressiv. (© Foto: dpa)

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Ein Mann gab an, mit einem Begleiter und zwei Frauen vor lauter Angst keine andere Flucht-Möglichkeit als die Tonne gehabt zu haben. Jetzt traue sich niemand heraus. Die Polizei fand die Frierenden und gab um drei Uhr früh Geleitschutz. "Das klang alles sehr glaubhaft", sagte ein Sprecher.

Zufluchtsort: Garage

Doch die Angst beruht offenbar auf Gegenseitigkeit: Nur etwa 120 Kilometer weiter östlich suchten 13 Wildschweine an einem ungewöhnlichen Ort Schutz vor Jägern. Nach Angaben der Polizei flüchtete die gesamte Rotte in die offene stehende Garage eines Steinmetzbetriebs im Gewerbegebiet Höchberg bei Würzburg.

Zuvor hatte sie einen Wildschutzzaun durchbrochen, um den an einer Treibjagd beteiligten Jägern zu entkommen.

Eines der verängstigten Tiere stürzte bei der Flucht eine drei Meter hohe Mauer hinunter und verletzte sich dabei, wie die Polizei berichtete. Um zu verhindern, dass Besucher eines angrenzenden Sonnenstudios und andere Bewohner gefährdet werden, schloss ein Firmenmitarbeiter sofort das Garagentor und alarmierte die Polizei. Diese sperrte eine nahe Bundesstraße, um den verstörten Tieren eine sichere Flucht zurück in den nahen Wald zu ermöglichen.

Nachdem die Wildschweine sich aber durch nichts dazu bewegen ließen, die Garage zu verlassen, entschied sich die Polizei dafür, alle 13 Wildschweine zu töten. Auch das nach dem Mauersturz verletzte Tier erhielt den Gnadenschuss.

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(dpa/ehr)