Erster Schädling für Windows-Taschencomputer gemeldet.
Während viele Nutzer noch damit beschäftigt sind, ihre Windows-PCs gegen Viren und andere Eindringlinge abzuschotten, scheinen Virenschreiber bereits eine zweite Front zu eröffnen.
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Der Virus "Duts" verbreitet sich auf so genannte Pocket-PCs mit dem Betriebssystem "Windows CE"; er folgt dem vor einigen Wochen bekannt gewordenen Schädling "Cabir", der moderne Handys mit dem so genannten Symbian-System infizieren kann. Hinter beiden Viren stecken Autoren einer Gruppe namens "29A".
Bislang geht von keinem der beiden Schädlinge eine unmittelbare Gefahr aus, weil es sich nur um so genannte Machbarkeitsstudien handelt. Sie werden von Virenschreibern entwickelt und an Hersteller von Antivirensoftware verschickt, angeblich um auf potenzielle Sicherheitslücken hinzuweisen.
So suchen die Programmierer nach Anerkennung in ihren Kreisen, ohne sich durch die Verbreitung von Viren strafbar zu machen. Sie setzen dabei auf die Marketingstrategie mancher Software-Häuser, die sie nur selten enttäuschen. Auch dieses Mal ging die Rechnung auf.
Für das rumänische Unternehmen Bitdefender war die Versuchung groß, dem schleppenden Geschäft mit Sicherheitssoftware für Organizer nachzuhelfen. Wo bislang keine konkrete Bedrohung bestand, lieferte "Duts"das ersehnte Verkaufsargument.
Bitdefender machte den tschechischen Virenschreiber mit dem Pseudonym "Rattenfänger" bekannt, wohlwissend, dass vom Programm aktuell keine Gefahr ausgeht. Denn der Virus verbreitet sich nur im Umkreis von wenigen Metern über "Bluetooth"-Funk und fragt höflich an, ob man ihn installieren möchte.
Käme "Duts" in Umlauf, wäre der Schaden gering. Einzig der Stromverbrauch in den befallenen Geräten würde ansteigen, weil der Virus andauernd versucht, eine Funkverbindung zu möglichen Opfern aufzubauen.
Kritische Stimmen warnen zwar, geschickte Programmierer könnten den Virus nun "scharf machen". Aber Andreas Marx, Virenforscher an der Universität Magdeburg, beruhigt: "Gefährlich wird es erst, wenn die bei PC-Viren bekannten Mechanismen wie etwa der Pufferüberlauf auch auf den Pocket-PCs möglich werden."
Auch Gernot Hacker vom britischen Software-Hersteller Sophos beruhigt: "Seit Jahren befürchtet man Viren für Handys und Taschencomputer, aber bis jetzt gab es noch keine gravierenden Vorfälle." )
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(SZ vom 21.07.2004)