Obamas Inauguration Knutschen, Staunen, Ausflippen

Wie Präsidententochter Sasha versucht, ihre knutschenden Eltern zu fotografieren, wie Beyoncé die Nation verzaubert und Vizepräsident Joe Biden immerhin einen TV-Reporter: Es sind die kleinen Episoden am Rande von Obamas Amtseinführung, die das Netz bewegen.

Von Lena Jakat

Ein Lächeln an der falschen Stelle, nur einen Sekundenbruchteil nicht auf die Mimik geachtet: Weit mehr als eine Million Augen haben das mehrstündige Spektakel zu Präsident Obamas zweiter Amtseinführung am Montagvormittag vor Ort verfolgt, etliche Millionen zusätzlich vor Fernsehschirmen weltweit. Kein Detail bleibt da unentdeckt, kein Zucken, kein Räuspern. Und so sind es am Tag nach der großen Show die ganz kleinen Augenblicke, die in die Geschichte eingehen sollen - zumindest, wenn es nach den Chronisten in den sozialen Netzwerken geht. Die viralen Momente der Inauguration im Überblick:

Doch für Schumer, als Vorsitzender des Senate Rules Committee verantwortlich für die Feierlichkeiten zur Inauguration, ist das Gespött noch nicht ausgestanden: Ein Koch aus Long Island hat für diesen Dienstag eine Pressekonferenz angekündigt, um Schumer öffentlich zu rügen - dafür, dass dieser Bison aus South Dakota beim Bankett servieren ließ - und nicht Ente aus Long Island.

  • Lyrik-Fan Eric Cantor: Der Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus ist offenbar kein großer Anhänger des gedichteten Worts - im Allgemeinen oder der Worte von Richard Blanco im Besonderen. Während der 44-jährige Dichter kubanischer Herkunft die Zeilen des Gedichts "One Today" vortrug, entgleisten dem Republikaner Cantor für einen Moment die Gesichtszüge - und die Kameras des Sendernetzwerks NBC waren dabei.

Der Dichter Richard Blanco trägt bei Obamas zweiter Amtseinführung das Gedicht "One Today" vor.

(Foto: AFP)
  • A kiss is still a kiss: An ihrer Liebe lassen Barack und Michelle keine Zweifel, bei öffentlichen Anlässen wird geherzt und geknutscht, was das Zeug hält; für die Objektive der Pressefotografen oder auch mal für die Handykameras der Töchter Malia und Sasha. Wenn sich die eine Schwester allerdings vor das Objektiv der anderen wirft, kann es auch mal ein paar Küsse dauern, bis die Aufnahme fürs Familienalbum glückt. Die von Mashable schon jetzt als "Best Photobomb 2013" gefeierte rührende Aufnahme gibt es bei Now This News im Bewegtbild zu sehen.

Neue Bilder fürs digitale Fotoalbum: Obamas Tochter Malia (mitte) zückt während der Parade ihr Handy.

(Foto: AFP)
  • Joe Bidens größter Verehrer: Eigentlich hat NBC-Reporter Al Roker nicht den besten aller Jobs abbekommen: Stundenlang musste er in der Kälte stehen, nur um die wenigen Momente abzupassen, in denen Barack Obama und die anderen vor der Linse seines Kameramanns vorbeiflanieren würden. "Ich liebe Joe Biden", teilt der Journalist seinen Zuschauern mit und winkt und schreit nach dem Vizepräsidenten, der gerade den Streckenabschnitt passiert. Als Biden tatsächlich an die Absperrung trabt und Roker die Hand schüttelt, geschieht, was nur in Amerika geschehen kann: Der Reporter rastet aus, wirft vor Begeisterung sein Mikrofon von sich und gibt sich der Ekstase hin.

"Ich liebe Joe Biden": Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten machte einem TV-Reporter am Rande der Parade eine ganz besondere Freude.

(Foto: Bloomberg)
  • "Ich werde das nie wieder sehen": Eigentlich ist schon alles vorbei, der Amtseid, seine Rede, als Barack Obama auf dem Rückweg ins Kapitol noch einmal stehen bleibt. Und obwohl die Hauptmikrofone eigentlich schon ausgeschaltet sind, fangen sie ein, was der Präsident sagt: "Ich will mir das noch mal anschauen. Ich werde das hier nie wieder sehen." Obama verweilt noch ein paar Sekunden und blickt auf die Hunderttausenden, die sich vor dem Parlamentsgebäude versammelt haben.

Ein unvergesslicher Anblick: Fast eine Million Menschen waren zum Kapitol gekommen, um ihren neuen alten Präsidenten zu feiern.

(Foto: AFP)
  • Beyoncé, Beyoncé, Beyoncé: Als die Sängerin zur Nationalhymne anhob, waren nicht nur die Menschenmassen vor dem Kapitol hingerissen; Twitter quoll förmlich über von Begeisterungsstürmen in 140 Zeichen.

Als sie die Fahne und die Nation besingt, liegt Amerika Beyoncé zu Füßen.

(Foto: AFP)

Darunter auch Kollegin Kelly Clarkson, die Gott dafür dankte, der Welt Beyoncé geschenkt zu haben. Die Nachrichtenseite buzzfeed huldigte der Sängerin mit einer 22-teiligen gif-Galerie.

Was wird denn da getuschelt? First Lady Michelle Obama ist mit der Tischkonversation zwischen ihrem Ehemann und John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses, offensichtlich nicht einverstanden.

(Foto: AFP)