Simuliertes Töten von Menschen oder sportlicher Freizeitspass? Das Verfolgungs-Spiel "Paintball" bleibt erlaubt, muss allerdings entschärft werden.
So genannte Paintball-Spiele bleiben in Stuttgart unter bestimmten Auflagen weiter erlaubt. Die Stadt, die eine Paintball-Halle schließen wollte, einigte sich vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart mit dem Hallen-Betreiber überraschend auf einen Vergleich, der Auflagen des VGH zur festen Spielordnung macht.
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Demnach dürfen nur Volljährige Paintball spielen, Kindern und Jugendlichen ist der Zutritt zur Halle untersagt. Verboten ist zudem das Tragen von Tarnkleidung, Uniformen oder uniformähnlichen Kleidungsstücken sowie die Verwendung von Farbmarkierungskugeln mit roter Farbe.
Der Betreiber muss zudem sicher stellen, dass die Spieler Schutzkleidung tragen, und er muss Spiele verbieten, die nur dem gegenseitigen Abschießen dienen.
Beim Paintball schießen zwei gegnerische Mannschaften mit Luftdruckpistolen aufeinander. Die Munition besteht aus Gelatinekugeln, die mit einer farbigen Flüssigkeit gefüllt sind. Wer getroffen wird, scheidet aus. Ziel des Spiel ist es unter anderem, eine Flagge der gegnerischen Mannschaft zu erobern.
Die Stadtverwaltung sah in dem Spiel ein "simuliertes Töten von Menschen" und hatte den Betrieb der Paintball-Anlage 2004 aus ethischen Gründen untersagt. Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof (VGH) erlaubte das Spiel dann aber unter Auflagen bis zur endgültigen Entscheidung.
"Leben, das ist Bewegung": Felix Grützner tanzt auf Beerdingungen, um an die Verstorbenen zu erinnern und Raum für Gefühle zu schaffen. Jetzt lesen ...
(AFP)
... einfach mal auf dieser Seite umsehen:
http://www.was-ist-paintball.de/web/content.informationen.html
Aber was is mit Schützenvereinen; Auszug aus Wikipedia "Der Schützenverein (oder Sportschützenverein oder Schützenbruderschaft) in seiner heutigen Form entstand gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die bisherigen freiwilligen Heeresverbände in der Tradition des Lützowschen Freikorps hatten zunehmend ihre Bedeutung verloren. So wandelten sich die ehemals militärisch bzw. paramilitärisch organisierten Bürgerwehren zu mehr traditionsorientierten Vereinen."
Oder was ist mit dem Fechten? Das ist doch auch simuliertes gezieltes Töten? Und das ist auch noch Olympisch? Kann es dann daran liegen, dass diese einfach nur ne größere Lobby besitzen? Das Fechten hat z.B. die Bundeswehr als Sponsor, also den Deutschen Staat.
Es gibt schon einige Sachen, da bleibt mir der Sinn des Ganzen verborgen.
Einmal mehr zeigt sich: Juristen und Verwaltungsbeamte leben zuweilen in ihrer eigenen Parallelwelt aus Paragrafen und Vorschriften und haben jeden Kontakt zur Realität und damit auch die Unterscheidungsfähigkeit zwischen diesen Dingen eingebüßt. Nur so ist zu erklären, daß man ein Spiel ethisch einer realen Tötungshandlung vergleicht. Ernst nehmen kann man das beim bestem Willen nicht. Absolute Realsatire das Ganze, vergleichbar mit der nicht minder bizarren Killerspiel[tm]-Diskussion.
Es versteht sich, daß keinerlei wissenschaftlicher Beweis zur Schädlichkeit derartiger Spiele existiert. Eher noch bei Computerspielen: Dort muß man mit den bekannten Problemen längerer Bildschirmtätigkeit rechnen - bei Paintball hingegen bewegt man sich sportlich und es ist besser für die Augen.
In meiner Jugend hatte ich selbst Paintball regelmäßig mit Freunden im Wald gespielt.
Ich glaube ich spreche im Namen aller damals beteiligten Personen wenn ich sage, dass wir nie eine Absicht verspürten das Töten zu simulieren.
Für uns war es einfach Spaß und Sport gemischt mit Spannung und gegenseitigem Messen, wer unter uns Jungs der "Beste" (Schlaueste) war.
Ich finde es liberal diese Halle nicht gleich wieder ganz zu schließen, so können einige Menschen ihrem ausgefallenen Hobby auf legale Weise nachgehen.
Wenn Menschen sich gegenseitig zum bloßen Objekt von Tötungshandlungen degradieren, dann verstößt das gegen die Menschenwürde, die der Staat und damit auch jede Kommune als Hoheitsträger zu wahren verpflichtet ist.
Insoweit auf Tarnbekleidung und alles weitere zu verzichten was eben einer solchen degradierung nahe käme ist auch in Ansehung der laserdromerechtsprechung nur konsequent.
Diese Art von zweifelhaftem Freizeitvergnügen mit Fernsehen zu vergleichen verbietet sich schon alleine aufgrund der im Gegensatz zum Paintballspiel passiven Haltung eins TV-Konsumenten.
Ebenso verhält es sich mit der Bundeswehr, die im Gegensatz zum Paintballspiel erstens der Landesverteidung zu dienen bestimmt ist und zum Zweiten schon vorweg nur einem ausgesuchten Personenkreis zugänglich ist.
Räuber und Gendarme sind aus oben genannten Gründen ebenso wenig vergleichbar, das sollte doch jedem einleuchten der klaren verstandes ist.
Allenfalls Computerspiele wären eingeschränkt vergleichbar, obwohl das Paintballspiel demgegenüber noch ein höheres Maß an Realitätsnachahmung zu bieten in der Lage ist.
Wer meint es sei jedem unbenommen wie er seine Freizeit verbringt, der verkennt, dass jedes Individuum in einer Gesellschaft Teil eines Ganzen ist und eine dementsprechende Verantwortung trägt.
Im Gegensatz zu den anderen Lesern finde ich es in ordnung, daß man diesem Unsinn Einhalt gebieten wollte.
Wir hatten früher mit unseren Kinder anderes vor:
Radltouren, Kartenspiele, gemeinsam Kochen, gemeinsam Musik machen oder in die Schwimmhalle.
Nichts gegen Sport und Spaß, oder auf dem Rummelplatz an der Schießbude Geld verplempern.
Aber der Betreiber dieser Halle will verdienen.
Und da ist ihm jedes Mittel recht.
Paging