46 Jahre lang war der Ehemann von Renate Hong verschollen. Jetzt hat ihn das Rote Kreuz in Nordkorea aufgespürt. Die 70-jährige Deutsche will nun ein Treffen.
Nach 46-jähriger Trennung will eine 70-jährige Deutsche ihren Ehemann in Nordkorea wiedertreffen. Das südkoreanische Rote Kreuz habe ihren Mann gefunden, sagte Renate Hong am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Seoul.
Renate Hong in Seoul. (© Foto: afp)
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Die Hilfsorganisation habe sich für sie eingesetzt, nachdem ihre Geschichte im vergangenen Jahr veröffentlicht worden war. Das Paar hatte 1960 in der damaligen DDR geheiratet, ein Jahr später musste Hong Ok Geun auf Geheiß Pjöngjangs in seine Heimat zurückkehren. Renate Hong kündigte an, sie werde Südkoreas Präsidenten Roo Moo Hyun um Hilfe beim Arrangieren eines Treffens bitten. Roo soll im Oktober Nordkoreas Staatschef Kim Jong Il treffen.
"Ich hatte solche Angst, dass mein Mann tot sein könnte", sagte Hong. Seit einigen Monaten wisse sie auch, wo er lebe. "Das ist so ein Glück." Sie hoffe, dass das Rote Kreuz auch ihren Mann in Nordkorea darüber informieren könne, "dass seine Familie noch in Deutschland lebt." Das Paar hat zwei Söhne.
Die Deutsche lernte ihren Mann beim Studium an der Universität Jena kennen. 1960 heirateten die beiden. Doch ein Jahr später musste der Chemiestudent wieder nach Nordkorea, weil seine Regierung alle Studenten zurückholte - offenbar aus Angst vor Überläufen nach Westdeutschland. Als ihr Ehemann sie verließ, sei der erste gemeinsame Sohn gerade zehn Monate alt gewesen, sagte Renate Hong.
Hong schrieb seiner Frau in den ersten zwei Jahren der Trennung mehr als 50 Briefe. Doch dann stoppten diese auf einmal. Ihre eigenen Briefe wiederum seien alle unbeantwortet zurückgekommen, sagte Renate Hong einer südkoreanischen Zeitung. Der Chef des südkoreanischen Roten Kreuzes, Han Wan Sang, zeigte sich gerührt über die Geschichte der Frau: "Sie sind eine Augenzeugin, die beweist, dass die Liebe besteht und Kulturen, Rassen und alles weitere überwinden kann."
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