Die Hoffnung von Passagieren, Airlines und Unternehmen auf eine Rückkehr zur Normalität ist vorerst dahin: Das Flugverbot in Deutschland wurde bis Dienstagmorgen verlängert.

Fünf Tage nach dem Ausbruch des Vulkans am isländischen Eyjafjalla-Gletscher ist noch immer nicht klar, wann der normale Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) verlängerte das weitreichende Flugverbot nach einer kurzen Lockerung am Sonntag bis Dienstag 2.00 Uhr.

Flughafen, ddp

Das Nickerchen kann weiter gehen: Vulkanasche legt seit Tagen den Flugverkehr in weiten Teilen Europas lahm. (© Foto: ddp)

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Ursprünglich sollte das Flugverbot bis Montag um 14 Uhr gelten. Eine DFS-Sprecherin sagte, die Asche des Vulkans sei nach wie vor gefährlich für Flugzeuge. Die Verlängerung der Luftraumsperrung solle den Fluggesellschaften Planungssicherheit geben. Die Sperrung bist Dienstag stehe unter dem Vorbehalt, dass Messergebnisse nach einem Forschungsflug neue Erkenntnisse liefern, sagte ein weiterer DFS-Sprecher.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) plant, an diesem Montagnachmittag einen Messflug in einer Höhe von 3000 bis 10.000 Metern von Oberpfaffenhofen bei München zu starten. "Zum Einsatz kommt eine Falcon 20E, die gerade mit speziellen Messgeräten ausgerüstet wird", sagte der Berliner DLR-Sprecher Andreas Schütz. Deshalb gelte das Flugzeug als "Special Aircraft" und benötige besondere Genehmigungen. Diese hole das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beim Luftfahrtbundesamt ein. "Das wird noch bis Montag früh dauern." Spätester Starttermin sei 18.00 Uhr.

Der Geschäftsführer der Kölner Fluggesellschaft Germanwings, Thomas Winkelmann, sagte der der Nachrichtenagntur dpa, es sei nicht akzeptabel, dass es Tage dauere, ehe ein Messflug möglich sei. "Niemand weiß, wo und in welcher Höhe überhaupt eine Staubkonzentration vorhanden ist." Seit Donnerstagabend seien die deutschen Flughäfen geschlossen, aber seither sei nichts passiert, um zu ermitteln, wie groß die Gefährdung durch die Vulkanasche über Europa wirklich sei.

Die Fluggesellschaften dringen immer heftiger auf eine Öffnung des Luftraums. Der Stillstand verursacht ihnen Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Testflüge seien problemlos verlaufen, betonen Manager und Piloten. Die DFS sieht sich aber an internationale Vorschriften zu Vulkanausbrüchen gebunden. Auch Politiker und Meteorologen wollen auf Nummer sicher gehen. Und der Vulkan spuckt weiter Asche.

"Sicherheit muss höher gewichtet werden als Geschäftsinteressen", sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Sonntagabend in München. "Solange noch Zweifel an der Sicherheit des Luftverkehrs bestehen, werde ich keine Flugfreigabe erteilen." Die Lufthansa, ihr größter deutscher Wettbewerber Air Berlin und andere Fluggesellschaften erklärten nach Testflügen, diese seien ohne Probleme verlaufen. Die Aschewolke gefährde Flugzeuge nicht. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Hans Heinrich Driftmann, forderte eine Aussetzung des Nachtflugverbots. So könne sich der Luftverkehr nach einem Abzug der Asche schneller normalisieren, sagte Driftmann der Frankfurter Rundschau.

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