Verkauf von Start-up-Unternehmen Bitte nicht mehr glitzern

Mathew Carpenter litt selbst einmal sehr unter Dauerglitzern, als er eine Glitzer-Glückwunschkarte bekommen hatte.

  • Über die australische Website "Ship Your Enemies Glitter" kann man Briefe voller Glitzerstaub verschicken, der an Haut und Kleidung kleben bleibt.
  • Der Gründer der Website will sein Unternehmen jetzt verkaufen. Zuvor rief er seine Kunden dazu auf, das massenhafte Bestellen zu beenden.
Von Kathleen Hildebrand

"All that glitters is not gold" schrieb Shakespeare im "Kaufmann von Venedig". Mathew Carpenter, ein 22-jähriger Start-up-Gründer aus Australien, könnte sich mit diesem Zitat so einige T-Shirts bedrucken lassen. Aber mit Glitzer will er wahrscheinlich erst einmal gar nichts mehr zu tun haben.

Am 12. Januar hat Carpenter eine Website mit dem Titel "Ship Your Enemies Glitter" online gestellt. Was freundlich klingt, ist in Wahrheit äußerst perfide: Carpenter bietet an, A4-Umschläge mit Glitzerpulver zu füllen und an die Adresse eines unliebsamen Menschen zu senden - inklusive einer kleinen Notiz, die erklärt, wie unerträglich der Empfänger sei. Nach dem Öffnen verteilt sich das Pulver auf Haut, Kleidung und Möbeln. Auch wer sich gründlich wäscht, findet noch Tage später irgendwo eines der hartnäckigen Glitzerflöckchen.

Eigentlich wollte Carpenter nur sein Leid mit dem Rest der Welt teilen: Er selbst habe einmal sehr unter einer glitzernden Glückwunschkarte gelitten, erzählte er der Nachrichtenseite Slate. Mit dem Ausmaß seines Erfolgs hat er nicht gerechnet. Innerhalb kürzester Zeit teilten Tausende das Angebot auf Twitter und Facebook, mittlerweile hat er nach eigenen Angaben mehr als 2000 Bestellungen zu bearbeiten. Aber es ist ein bisschen wie mit dem Glitzer: Der Erfolg ist groß, die Freude eher nicht.

Schon am nächsten Tag bat Carpenter auf der Seite producthunt.com seine Kunden, mit dem Bestellen des "schrecklichen Glitzerprodukts" aufzuhören. Er sei es leid, das Glitzerpulver zu verkaufen - vielleicht klebt es auch bei ihm zu Hause mittlerweile überall. Die Bestellfunktion auf der Webseite ist seitdem ausgeschaltet. Dem britischen Guardian sagte Carpenter, dass das Medieninteresse ihm sehr viel Stress bereite.

2,5 Millionen Besucher, hohe Gewinnspanne

Doch das ist nicht alles. Mathew Carpenter möchte sein Start-up auch dringend loswerden. Und zwar meistbietend: Auf der Start-up-Verkaufsplattform Flippa bietet er die Webseite seit ein paar Tagen zum Verkauf an und nennt die für potenzielle Käufer relevanten Fakten: 2,5 Millionen Besucher habe die Webseite bisher gehabt, die Gewinnspanne für das Produkt sei bei einem Preis von knapp zehn Australischen Dollar (etwa 7 Euro) und wesentlich niedrigeren Porto- und Materialkosten sehr hoch.

Carpenters eigener Gewinn beim Verkauf der Webseite dürfte ebenfalls recht groß ausfallen. "Ship Your Enemies Glitter" ist das Angebot, das auf der Verkaufsplattform die meisten Interessenten findet. Der Preis liegt bereits bei 61 110 US-Dollar (fast 53 000 Euro). Die Versteigerung endet am 21. Januar.