Vergewaltigung in Indien Angeklagte plädieren auf nicht schuldig

Der Prozess wegen der tödlichen Vergewaltigung einer jungen Inderin steht kurz bevor: Bei einer Anhörung vor Gericht erklärten sich fünf Angeklagte laut einem Anwalt für nicht schuldig. Der Richter verlas insgesamt 13 Anklagepunkte - darunter Mord. Damit droht den Männern die Todesstrafe.

Im Fall der Vergewaltigung einer jungen Inderin haben fünf Angeklagte auf nicht schuldig plädiert. Der Richter verlas einem Anwalt zufolge am Samstag insgesamt 13 Anklagepunkte - darunter Mord, womit den Männern die Todesstrafe droht.

Unmittelbar nach ihrem Plädoyer auf nicht schuldig hätten die Angeklagten den Gerichtssaal verlassen, sagte A.P. Singh, der zwei der Beschuldigten verteidigt. Am Dienstag wolle die Staatsanwaltschaft drei Zeugen befragen und so den Prozess offiziell eröffnen.

Die 23-jährige Inderin war in einem Bus mehrfach vergewaltigt und mit einer Eisenstange misshandelt worden. Sie wurde dann aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen und erlag später in einem Krankenhaus ihren Verletzungen.

Ein 17-Jähriger soll sich ebenfalls an der Tat beteiligt haben. Ihm wird als Minderjähriger in einem separaten Verfahren der Prozess gemacht.

Die mutmaßlichen Peiniger der Studentin sollen nach der Tat den Privatbus gesäubert und die Kleidung des Opfers verbrannt haben. So stehe es im Polizeibericht an das Gericht, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Demnach fand die Polizei trotz der Reinigung auf dem Boden und den Sitzbänken des Busses Blut und Haare des Opfers. Auf Hosen, Schuhen und Shirts der fünf Angeklagten wiesen die Ermittler Blutspritzer der 23-Jährigen nach.

"Sie unterbreiteten dem Gericht, dass sie unschuldig und die Beschuldigungen der Polizei in dem Fall falsch und erfunden sind", erklärte Singh, der zwei der Angeklagten vertritt. Der Vorsitzende Richter des zuständigen Schnellgerichts, Yogesh Khanna, habe daraufhin den Termin für den Prozessauftakt auf Dienstag festgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft werde dann drei Zeugen einführen, die das Opfer und ihren Freund, der ebenfalls in dem Bus geschlagen worden war, nach der Tat am Straßenrand liegen sahen.

Die Tat hatte wegen ihrer Brutalität für Empörung im In- und Ausland gesorgt und in Indien eine Debatte über den Schutz von Frauen ausgelöst.