Die Polizei suchte in Cleveland einen Vergewaltiger und fand in dessen Haus die Leichen von sechs erwürgten Frauen. Sie lagen möglicherweise monatelang dort.
Mit Blaulicht fahren die Polizisten vor dem Einfamilienhaus vor. Sie klingeln. Doch der Mann, den sie antreffen wollen, ist nicht zuhause. Sie verschaffen sich Zugang zum Haus und finden die Leichen von sechs Frauen, darunter auch einige, die wohl schon mehrere Monate lang in dem Haus liegen. Das Haus ist das des verurteilten Vergewaltigers Anthony S. Mittlerweile ist Sowell gefasst - ein Anwohner hatte den Serienvergewaltiger erkannt und die Polizei informiert.
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Die Polizisten suchten nach dem Vergewaltiger Anthony S. Bei der Durchsuchung dessen Hauses fanden sie mehrere Frauenleichen. (© Foto: AP)
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Alle Opfer kamen gewaltsam zu Tode, wie die Gerichtsmedizin in Cuyahoga County herausgefunden hat. Mindestens fünf der Frauen wurden offenbar erwürgt, die Ursache des Todes der sechsten war wegen des fortgeschrittenen Zustands der Verwesung schwer festzustellen. Die Leichen könnten sich Wochen, Tage oder Monate in dem Haus befunden haben, sagte ein Sprecher der Gerichtsmedizin. Auch die Identität der Toten war noch unklar.
Anthony S., der Bewohner des Hauses in der Innenstadt von Cleveland, ein 50 Jahre alter registrierter Sexualstraftäter, wurde am Samstag festgenommen. Die ersten Leichen waren am Donnerstagabend entdeckt worden, als Polizisten mit Haft- und Durchsuchungsbefehl den Mann wegen des Verdachts einer weiteren Vergewaltigung festnehmen wollten. Der Verdächtige war aber nicht zu Hause. Das Opfer im Fall dieser mutmaßlichen Vergewaltigung überlebte. Sie sagte aus, sie habe den 50-Jährigen gekannt, und er habe sie bei sich zu Hause vergewaltigt.
Der Mann saß wegen Vergewaltigung und Würgens einer 21-Jährigen 1989 insgesamt 15 Jahre im Gefängnis. Als registrierter Sexualstraftäter musste er sich regelmäßig bei der Polizei melden. Beamte besuchten ihn auch zu Hause, zuletzt am 22. September, wenige Stunden vor dem mutmaßlich jüngsten Überfall auf eine Frau. Der Verdächtige lebte seit seiner Haftentlassung 2005 in dem Haus.
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(sueddeutsche.de/AP/abis/segi)
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Zitat:"Als registrierter Sexualstraftäter musste er sich regelmäßig bei der Polizei melden. Beamte besuchten ihn auch zu Hause, zuletzt am 22. September, wenige Stunden vor dem mutmaßlich jüngsten Überfall auf eine Frau."
Schönes Beispiel für das Versagen der Meldepflicht bei Triebtätern.