Verdacht auf falsch deklariertes Fleisch Niederländer belieferten 124 deutsche Betriebe

Der neueste Lebensmittelskandal erreicht Deutschland: Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium mitteilt, haben Händler und Metzgereien in 14 Bundesländern Waren aus den Niederlanden erhalten, denen Pferdefleisch beigemeischt worden sein soll.

Auch Deutschland ist von Lieferungen falsch deklarierten Fleisches aus den Niederlanden betroffen: 124 Fleischhändler, Metzgereien oder weiterverarbeitende Lebensmittelfirmen hätten seit 2011 Rindfleischlieferungen aus dem Nachbarland erhalten, dem möglicherweise Pferdefleisch beigemischt worden sei, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin mit. Die Namen der betroffenen Betriebe seien über das europäische Schnellwarnsystem RASFF ermittelt worden.

"Der Bund hat die Länderbehörden umfassend informiert, sodass unverzüglich mit den Ermittlungen begonnen werden kann", teilte das Ministerium mit. Außer ins Saarland und nach Bremen sei in alle Bundesländer Fleisch von dem niederländischen Großhändler Willy Selten geliefert werden. Am Mittwoch hatte die niederländische Lebensmittelaufsicht 50.000 Tonnen Rindfleisch zurückgerufen, weil es Pferdefleisch enthalten könnte.

Hinweise auf gesundheitliche Gefahren etwa durch Arzneimittelrückstände hätten sich nach Angaben der niederländischen Behörden bislang nicht ergeben, hieß es aus dem Ministerium. Die für die Lebensmittelkontrollen zuständen Behörden der Bundesländer würden nun die Rückverfolgung der Lieferungen aus den Niederlanden beginnen und gegebenenfalls die betroffenen Lebensmittel aus dem Verkauf entfernen.

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Berlin sind 502 Betriebe in 16 EU-Staaten beliefert worden. Die Art der Betriebe sei sehr unterschiedlich - sowohl Metzgereibetriebe seien darunter als auch Konservenfabrikanten und Zwischenhändler, die das Fleisch weiterverkaufen. Jetzt obliege es den Behörden in den einzelnen Bundesländern, die Fälle zurückzuverfolgen, wie ein Ministeriumssprecher Süddeutsche.de sagte.

Die gesamte Produktion von Januar 2011 bis Februar 2013 sei für den Handel gesperrt worden. Da der niederländische Betrieb nicht angeben konnte, welche Lieferungen Pferdefleisch enthalten könnten, hätten sich die dortigen Behörden zu einem sehr weitreichenden Schritt entschossen.