Vatileaks-Affäre Papst-Kammerdiener akzeptiert Hausarrest

Paolo Gabriele wird wegenDokumentendiebstahls 18 Monate im Hausarrest verbringen. Der ehemalige Kammerdiener des Papstes ließ seine Berufungsfrist verstreichen - und will nun die Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

Gabriele hatte zugegeben, Dokumente kopiert und an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Er habe überall in der Kirche Übel und Korruption gesehen.

(Foto: REUTERS)

Der frühere Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. will keine Berufung gegen das Urteil für den Diebstahl von vertraulichen Informationen einlegen. Die Verurteilung zu 18 Monaten unter Hausarrest sei gerecht, sagte die Anwältin von Paolo Gabriele, Cristiana Arru, am Donnerstag. Ihr Mandant wolle die Verantwortung für sein Handeln übernehmen.

"Sollte er Berufung einlegen, würde dies das Gegenteil davon bedeuten." Die Anklage hatte dagegen drei Jahre Haft gefordert. Dass das Strafmaß letztendlich nur halb so hoch ausfiel, begründeten die Richter damit, dass der vom Papst "Paoletto" (Paulchen) gerufene Kammerdiener nicht vorbestraft gewesen sei. Die Strafe von 18 Monaten wird Gabriele unter Hausarrest in seinem Apartment in Vatikanstadt verbringen, wo der mehrfache Vater mit seiner Familie lebt. Beobachter rechnen damit, dass der Papst seinen früheren Kammerdiener noch begnadigen wird.

Gabriele hatte zugegeben, Dokumente kopiert und an einen Journalisten weitergegeben zu haben. Er habe überall in der Kirche Übel und Korruption gesehen, über die der Papst nicht hinreichend informiert gewesen sei, begründete Gabriele im August sein Handeln.

Die von Benedikts Mitarbeiter gestohlenen und von italienischen Medien veröffentlichten Dokumente deuteten auf einen Machtkampf im Vatikan auf höchster Ebene hin. Der Fall hatte ein großes Medieninteresse ausgelöst und in Anlehnung an das Enthüllungsportal WikiLeaks auch Schlagzeilen als "Vatileaks" gemacht.