USA Zwei Polizisten in Brooklyn erschossen

  • In New York wurden zwei Polizisten in einem Streifenwagen erschossen. Anschließend tötete sich der Angreifer, ein 28-jähriger Afroamerikaner, selbst.
  • US-Medien berichten über einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen den Polizistenmorden in Brooklyn und der wachsenden Wut in der US-Bevölkerung über tödliche Polizeigewalt gegen Schwarze.
  • Der 28-Jährige soll seine Tat in sozialen Netzwerken angekündigt haben.

Angreifer feuert auf Polizisten in Streifenwagen

Ein 28-jähriger Afroamerikaner hat im New Yorker Stadtteil Brookly zwei in ihrem Streifenwagen sitzende Polizisten mit Kopfschüssen getötet. Der mutmaßliche Täter sei plötzlich an der Beifahrerseite des Autos erschienen und habe ohne Vorwarnung durch das Fenster mehrfach auf die Beamten gefeuert, sagte New Yorks Polizeichef William Bratton bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Die Polizisten hätten keine Chance gehabt, ihre Waffen zu ziehen. Sie seien an ihren Verletzungen gestorben. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sagte, die Tat habe einer Exekution geähnelt.

Der Mann flüchtete dann in die nächste U-Bahn-Station. Dort schoss er sich auf einem Bahnsteig selbst in den Kopf und starb. Nach Angaben Brattons hatte der 28-Jährige zuvor in Baltimore seine frühere Freundin angeschossen und verletzt.

US-Präsident Barack Obama hat die Tat scharf verurteilt. "Zwei mutige Männer werden heute Abend nicht zu ihren Lieben nach Hause zurückkehren und dafür gibt es keine Rechtfertigung", sagte Obama laut einer Mitteilung des Weißen Hauses. "Die Beamten, die unseren Gemeinden dienen und sie beschützen, riskieren für uns jeden Tag ihre Sicherheit". Dafür verdienten sie Respekt und Dankbarkeit. "Ich bitte die Menschen darum, Gewalt und Wörter zu verdammen, die verletzen". Letztmals war ein Polizist in New York während seines Dienstes im Jahr 2011 erschossen worden.

Mögliches Motiv

Zahlreiche US-Medien berichteten über einen mutmaßlichen Zusammenhang zwischen den Polizistenmorden in Brooklyn und der wachsenden Wut in der US-Bevölkerung über zahlreiche Fälle tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Schwarze. So war in einem Internet-Eintrag, der dem Täter von Brooklyn zugeordnet wurde, zu lesen: "Heute schicke ich Schweine in den Himmel. Sie bringen einen von uns um ... lasst uns zwei von ihnen umlegen." Der Eintrag verwies über Hashtags auf die Namen von Eric Garner und Michael Brown, die zu den bekanntesten Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen unbewaffnete Schwarze zählen. Polizeichef Bratton schloss einen solchen Zusammenhang nicht aus.

Die Familie des in der US-Kleinstadt Ferguson durch Polizeischüsse getöteten Jugendlichen Michael Brown hat den doppelten Polizistenmord in New York als sinnlos verurteilt. "Wir lehnen jede Art von Gewalt gegen Gesetzeshüter ab", teilten die Anwälte der Familie mit. "Es kann nicht toleriert werden. Wir müssen zusammenarbeiten, damit in unseren Gemeinden Frieden herrscht."

Der schwarze Bürgerrechtler Al Sharpton nannte es in einer Erklärung "verwerflich", die Namen Eric Garners oder Michael Browns als Rechtfertigung für Gewalt oder im Zusammenhang mit Polizistenmorden zu benutzen. Auf Twitter schrieb Sharpton: Das Prinzip "Auge um Auge lässt die Welt blind zurück."

US-Polizei steht in der Kritik

Aktuell steht die US-Polizei scharf in der Kritik - den Polizisten wird vorgeworfen, häufig rassistisch vorzugehen. In mehreren Fällen waren Afroamerikaner bei Polizeieinsätzen getötet worden.

In New York starb der 43-jährige Familienvater Eric Garner, nachdem er von einem Polizisten überwältigt und gewürgt worden war. Anfang Dezember hatte eine Jury entschieden, keine Anklage gegen den Polizisten zu erheben. Daraufhin war es in New York, aber auch in anderen US-Städten zu Protesten gekommen.