USA US-Schauspieler Martin Landau ist tot

Verstarb mit 89 Jahren in Los Angeles: US-Schauspieler Martin Landau.

(Foto: dpa)

Der US-amerikanische Charakterdarsteller und Oscar-Preisträger Martin Landau verstarb mit 89 Jahren in Los Angeles.

Der US-amerikanische Schauspieler und Charakterdarsteller Martin Landau ist tot. Wie sein Pressesprecher am Sonntag (Ortszeit) mitteilte, starb er nach einem kurzen Aufenthalt im Universitätsklinikum Los Angeles an unerwarteten Komplikationen. Landau hatte erst kürzlich seinen 89. Geburtstag gefeiert.

In den 1950er Jahren startete Landau seine Karriere als Theaterschauspieler am Broadway. Bei einer Westküsten-Tournee mit dem Stück "Middle of the Night" wurde Star-Regisseur Alfred Hitchcock auf ihn aufmerksam und konnte Landau für seinen Film "Der unsichtbare Dritte" gewinnen - eine Rolle, die Landaus Karriere nachhaltig prägte. Landaus Schauspielkunst soll Hitchcock mit den Worten gelobt haben: "In Ihnen steckt ein ganzer Zirkus".

Auch in diversen TV-Serien war Landau zu sehen. Durch seine Rolle als "Rollin Hand" in "Mission Impossible" (auf Deutsch unter dem Titel "Kobra, übernehmen Sie!") wurde er in den Jahren 1966 bis 1969 einem breiten Publikum bekannt.

Ein der Masse noch bekannterer Superstar hätte er durch eine Rolle werden können, die er schlussendlich ablehnte - Mr. Spock in "Star Trek". "Ein Charakter ohne Gefühle hätte mich verrückt gemacht", begründete er in einem Interview im Jahr 2001 seine Entscheidung von damals.

Seine erste Oscarnominierung gewann Landau für die Darstellung in "Tucker", einer Biografie aus dem Jahr 1988 von Francis Ford Coppola. Nach einer weiteren Nominierung in Woody Allens Film "Verbrechen und andere Kleinigkeiten" nahm er die Trophäe schließlich Anfang der 1990er Jahre mit nach Hause: In Tim Burtons "Ed Wood" stellte er den alternden Horror-Schauspieler Bela Lugosi aus Ungarn - besonders bekannt für seine "Dracula"-Verkörperung - dar.

Erst vor zwei Jahren brachte Landau die Rolle des altersgeschwächten Max in "Remember", einem Holocaust-Drama um Demenz und Sühne von Atom Egoyan, großes Lob der Kritiker ein. Als Jude, sagte Landau in einem Interview mit Salon im Jahr 2016, sei es notwendig, die Erinnerung an diese Gräueltaten lebendig zu halten.

Landau war bis zur Scheidung 1993 mit seiner Schauspielkollegin Barbara Bain verheiratet. Die beiden haben zwei Töchter, darunter die ebenfalls als Schauspielerin tätige Juliet Landau.

Hitler, Hipster, Hitchcock

Ein dreiteiliger Film über den Nationalsozialismus, ein Berlin-Panorama und einige Künstler-Porträts - die dokumentarischen Werke des diesjährigen Filmfests sind einerseits historisch geprägt und andererseits zeitgemäß aktuell. Von Bernhard Blöchl mehr...