Bei einem starken Erdbeben in der Küstenregion Kaliforniens sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Frauen wurden in der kleinen Stadt Paso Robles unter einem einstürzenden Gebäude begraben. Wie das US-Geographie-Institut mitteilte, wurde eine Stärke von 6,5 auf der Richter-Skala gemessen.
In ersten Berichten war zunächst von drei Toten die Rede. Rund 50 Menschen seien leicht verletzt worden, teilte ein Krankenhaussprecher mit. Das Erdbeben der Stärke 6,5 auf der Richterskala ereignete sich nahe der Ortschaft Cambria, rund 300 Kilometer nördlich von Los Angeles, auf halbem Weg nach San Francisco.
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Der starke Erdstoß richtete nur "geringe Schäden" an, sagte ein Sprecher der staatlichen Behörde US Geological Survey in Menlo Park (US-Bundesstaat Kalifornien). "Glücklicherweise befand sich das Epizentrum in einem dünn besiedelten Gebiet", erklärte der Geophysiker Ross Stein. Rund 10.000 Menschen waren zunächst ohne Stromversorgung. Die Ferien- und Weinbauregion war zuletzt 1952 von einem vergleichbar schweren Beben erschüttert worden.
Das historische Hearst-Castle, ein beliebtes Ausflugsziel in dem Küstenort San Simeon, wurde vorsichtshalber geräumt. Keiner der 500 Besucher sei verletzt worden, und die Sachschäden seien gering, zitierte ein Radiosender einen Sprecher. Ein nahe gelegenes Atomkraftwerk wurde nach Angaben der Behörden nicht beschädigt und setzte seine Energieproduktion fort.
In der am schwersten betroffenen Ortschaft Paso Robles wurde ein Straßenblock in der historischen Altstadt zerstört. Ein Ladengebäude aus dem 19. Jahrhundert stürzte zusammen und begrub - neben den beiden Todesopfern - auch zahlreiche Fahrzeuge unter sich. Die 19 und 55 Jahre alten Frauen befanden sich auf dem Bürgersteig, als sie von den Gebäudetrümmern getroffen wurden, sagte Ron Alsop von der Notdienstzentrale. Eine Person werde noch vermisst.
Beben keine Seltenheit am Andreas-Graben
Erdbeben sind in Kalifornien keine Seltenheit. Durch den südlichen Teil des US-Bundesstaates zieht sich auf einer Strecke von 1000 Kilometern die San-Andreas-Verwerfung, eine tief reichende Störung in der Erdkruste. Betroffen ist vor allem die Gegend zwischen San Francisco und San Diego.
Hier schiebt sich die pazifische Platte mit mehr als sechs Millimetern pro Jahr nach Nordwesten und reibt sich dabei am verhältnismäßig ortsfesten nordamerikanischen Kontinent. Meist bleibt es bei Beben bis zur Stärke 5,5 auf der Richterskala.
In den kommenden Jahrzehnten rechnen Geologen mit einem starken Beben ("The Big One") im Raum San Francisco; beim so genannten Jahrhundertbeben kamen in der Stadt 1906 bis zu 1500 Menschen ums Leben. Der Erdstoß hatte die Stärke 8,3. Auch in den vergangenen Jahren gab es schwere Beben: Viele Tote gab es im Januar 1994; damals wurde im Norden des San-Fernando-Tales eine Stärke von 6,7 auf der Richterskala registriert. 61 Menschen kamen ums Leben, 9800 wurden verletzt.
Das letzte schwere Erdbeben in Kalifornien mit zahlreichen Todesopfern ereignete sich 1994 nahe Los Angeles im San-Fernando-Tal. Ein Erdstoß der Stärke 6,7 forderte damals 61 Menschenleben.
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(sueddeutsche.de/AFP/dpa)
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