Ein Richter in Pennsylvania hat ein geradezu mittelalterliches Urteil gegen zwei Frauen gefällt. Das Vergehen: Sie hatten einem kleinen Mädchen das Geburtstagsgeschenk gestohlen.
Weil sie zwei Geburtstags-Gutscheine gestohlen haben, die eigentlich für ein neunjähriges Mädchen bestimmt waren, hat ein Gericht im US-Bundesstaat Pennsylvania zwei Frauen an den Pranger gestellt.
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Viereinhalb Stunden lang mussten die 56-jährige Evelyn Border und ihre 35-jährige Tochter Tina Griekspoor vor dem Gericht des Bezirks Bedford neben einem Schild ausharren, auf dem mit fetten Lettern stand: "Ich habe einem neunjährigen Kind sein Geburtstagsgeschenk gestohlen. Sei kein Dieb, Du siehst, was Dir passieren kann."
Wie die Lokalzeitung Pittsburgh Post Gazette berichtete, hatten die beiden Frauen in einem Kaufhaus zwei Geburtstags-Gutscheine im Wert von 80 Dollar gestohlen und gleich vor Ort ausgegeben.
Der Staatsanwalt hatte den beiden Täterinnen diese öffentliche Strafaktion im Gegenzug für ein Geständnis vorgeschlagen - zugleich wurde ihre Haft- in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Die neue ´"Initiative für öffentliche Bestrafung" soll verhindern, dass die Gefängnisse der Region wegen kleinerer Delikte überlastet werden.
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(AFP/grc)
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"Sicherlich sind die Strafen in einigen islamischen Ländern wesentlich drakonischer als in den USA"
In einigen? In welchen denn nicht?
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Sie hatte die Wahl? Oh, wie Großzügig! Mal ehrlich, wegen 80 Dollar ins Gefängnis zu gehen halten hier anscheinend manche auch für gerechtfertigt. Da kann ich nur den Kopf schütteln. Mir wird manchmal wirklich Angst und bange, wenn ich so lese, was die Leute für ein Rechtsempfinden haben.
"ich frage mich, was in den Köpfen derjenigen vorgeht, die diese Dinge vergleichen. "
Sicherlich sind die Strafen in einigen islamischen Ländern wesentlich drakonischer als in den USA, aber der Vergleich bezieht sich weniger auf den Inhalt der Strafe, sondern vielmehr auf die Art ihrer Ausführung. Die Gemeinsamkeit zwischen dem im Artikel geschilderten Vorgang und z.B. einer öffentlichen Hinrichtung im Iran ist die Hinzuziehung der Öffentlichkeit zur Ausführung der Strafe mit der bewußten Absicht, die Straftäter mögen von beliebigen Bürgern beleidigt, beschimpft und entwürdigt werden können. Der Resozialisierungsgedanke, demgemäß eine Strafe die Wiedereingliederung des Straffälligen in die Gesellschaft ermöglichen bzw. abstrakter gesprochen eine Versöhnung des Täters mit der Gesellschaft anstreben soll, wird auf diese Weise mit Füßen getreten. Darüberhinaus wird so der Bürger als Bestandteil der Bestrafung instrumentalisiert und gleichsam, bildlich gesprochen, zum Henker degradiert. Der Staat delegiert somit letztendlich die Ausführung der Strafe an das Publikum und nimmt deshalb sein Gewaltmonopol nicht mehr wahr, kann also insbesondere den Verlauf und die Art der Bestrafung nicht mehr vollständig kontrollieren.
Bei dem Gedanken an öffentliche, im ursprünglichen Wortsinne vulgarisierte Bestrafung als staatlich legitimierter Privat- und Lynchjustiz sträuben sich mir jedenfalls die Haare.
@ nelly257: " Ist zwar kein großes Vergehen"
Aber ein besonders fieses. Kleine Kindern beklauen ist wirklich unter aller S..
Paging