Justizirrtum in den USA: Ein moderner DNS-Test hat Paul House nach 22 Jahren in der Todeszelle das Leben gerettet - nun äußert er sich in US-Medien zu seinem Schicksal.
Es ist die Mutter, die Paul House am Dienstag aufweckt: Joyce House weint vor Glück. Denn ab diesem Tag ist ihr Sohn ein freier Mann. "Sie haben dich freigesprochen", sagt sie, während sie ihn wachrüttelt.
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Frei nach 22 Jahren in der Todeszelle: Das Bild zeigt Paul House im Juli 2008, als er nach dem Urteil des Obersten Gerichtshof das Gefängnis verlassen darf. (© Foto: AP)
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Die erste Reaktion des Mannes auf die Nachricht ist zynisch, frustriert: "Dafür haben sie aber lange gebraucht", sagt Paul House dem Sender CNN zufolge seiner Mutter. Die Reaktion ist verständlich: Insgesamt 22 Jahre hat der inzwischen 47-Jährige in der Todeszelle in Tennessee verbracht. Weil er angeblich seine Nachbarin, Carolyn Muncey, im Jahr 1985 vergewaltigt und umgebracht haben soll.
Seit vergangenem Jahr ist er unter Kaution auf freien Fuß und lebt seither bei seiner Mutter - allerdings muss er eine Fußfessel tragen. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im Jahr 2006 in dem Urteil House vs. Bell entschieden, dass der Jury im Jahr 1986 nicht alle widersprüchlichen Informationen bekannt gewesen seien. Darüber hinaus gäbe es inzwischen signifikante DNS-Beweise, die die Jury damals zu einem anderen Urteil hätten kommen lassen. Die Entscheidung des Supreme Courts kam vier Wochen vor der geplanten Hinrichtung.
Blutspuren auf der Jeans
Was war passiert? Im Juli 1985 wurde Carolyn Muncey in der Nähe ihres Hauses im Nordosten von Knoxville tot aufgefunden. Auf Paul House' Jeans wurde angeblich Blut des Opfers gefunden. Dies war der Hauptbeweis, auf dessen Grundlage die Jury den Mann damals schuldig sprach. House selbst hatte hartnäckig seine Unschuld beteuert. Doch auch der Oberste Gerichtshof im US-Bundesstaat Tennessee hatte das Urteil bestätigt.
Inzwischen aber haben moderne DNS-Testmethoden erhebliche Zweifel aufkommen lassen: Demnach stammen Samenspuren und Blut unter den Nägeln des Opfers von einem anderen Mann. Zwar stammen die Blutspuren auf House' Jeans tatsächlich von dem Opfer, doch seine Verteidiger hatten stets argumentiert, dass die Spuren von Blutproben kämen, die die Ermittler damals entnommen hätten.
Leben nach dem Gefängnis
Die Staatsanwaltschaft beharrte unterdessen auf einem neuen Verfahren. "House könnte nach wie vor in einem neuen Verfahren verurteilt werden", schrieb der zuständige Staatsanwalt Paul Phillips. Doch am Dienstag nun ließ er dieses Vorhaben überraschend fallen. "Die neue Beweislage lässt erheblichen Zweifel an seiner Schuld", sagte er zur Begründung.
Paul House, der nach Angaben von CNN an multipler Sklerose leidet, lebt nun seit einem Jahr fast in Freiheit. Die Zeit außerhalb des Gefängnisses scheint ihm gut zu tun. Seine Mutter erzählte dem Sender, dass er seither schneller reagiert und klarer spricht, als zu der Zeit, als er aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dennoch fesselt ihn die Krankheit an den Rollstuhl.
Als er von dem Freispruch erfuhr, sei seine erste Sorge gewesen, wann er endlich seine Fußfessel abnehmen könne. Und dann freute er sich auf den Besuch seines Großvaters, der in Kalifornien lebt. Diesen Sommer feiert der seinen 90. Geburtstag, erzählt Paul House dem Sender.
Mit dem Freispruch wird sich dennoch nicht viel ändern in seinem Leben, sagt Paul House. Und doch: "Das gibt mir endlich die Möglichkeit zu leben. Das einzige Leben, das ich bislang hatte, war das Leben im Gefängnis. Und daran war nichts Erfreuliches", sagte House in einem Interview mit dem US-Sender.
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(sueddeutsche.de/dpa/hai/woja)
Vor TV-Auftritt
Ich musste schon 'mal über eine Freiheitsstatue lachen. Als ich nämlich mal in F von Rouen zu den Abteiruinen von Jumiège unterwegs war, fuhr ich auf einen Kreisverkehr (in Barentin) zu. Was stand da auf dem Maulwurfshügel mittendrinn ? Die Freiheitsstatue. Die wollte aber bei Annäherung mit dem Voiture absolut nicht größer werden (wie ein Scheinriese). Sie ist bestimmt nicht so hohl wie das Geschenk in New York - außerdem aus Polyester. Andere Repliken stehen übrigens in Paris (2), Colmar, Poitiers, Roybon ... kann man alles in Wiki nachschlagen.
Bevor da ein falscher Eindruck entsteht: Diese Pointe erinnere ich aus Joachim Fernaus bös-brilliantem Buch "Halleluja - die Gescheichte der Vereinigten Staaten"
Nachdem ich Ihren letzten Satz gelesen hatte, habe ich vor Lachen die halbe Nachbarschaft aus der Mittagsruhe aufgeschreckt (;*-).
Hat zwar *nichts* mit dem Artikel zu tun, aber Menschen wollen halt dauernd in größeren Ländern leben, weil quasi alles, was je dazu gehört hat, ihnen doch "gehört". Rational ist es natürlich nicht, wenn ein Nordfriese erklärt, Oberbayern sei "sein" Land. Aber so läuft's halt: Hitler wollte das Sudetenland (und bald nicht nur das), und Millionen Deutsche haben gejubelt. Russland will Tschetschenien behalten, hurra! Tibet gehört zu China, juchhe! Die Falklandinseln gehören wem-auch-immer, juhuu! Baskenland, Palästina, Nordirland, Bergkarabach, Transnistrien, (...) Und die Südstaaten gehören halt zu den USA, hiphiphurra!
[Ja, in manchen der Gebieten ist die traditionelle Bevölkerung gespalten darüber, ob sie unabhängig sein wollen (oder zu einem anderen Staat gehören wollen) oder ob sie den Status Quo erhalten wollen. Und das ist natürlich ein ernstzunehmendes Problem. Warum aber die übrigen (!) Einwohner des "Mutterlandes" sich so sehr darüber aufregen, das Gebiet zu "verlieren", erklärt das trotzdem nicht.]
Die Freiheitstatue bekamen die Weißamerikaner zum 100sten von den Franzosen geschenkt, die sich ja schon vorher zu einer Demokratie guillotiniert hatten. Da die Franzosen schon immer einen feinen Sinn für Humor hatten, ist sie innen hohl...
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