USA: Grundschule "Das ist nicht fair"

Weil er sein Camping-Messer fürs Mittagessen von zu Hause mitgebracht hatte, wollte eine Schule in Delaware einen Sechsjährigen für 45 Tage in die Besserungsanstalt schicken. Jetzt musste sie sich entschuldigen.

Weil er sein Camping-Besteck mit in die Schule gebracht hatte, sollte ein Sechsjähriger im US-Staat Delaware 45 Tage in einer Besserungsanstalt verbringen. Der Junge hatte mit seinem eigenen Messer und Löffel sein Mittagessen an der Downes-Grundschule verzehren wollen.

Erst nach heftiger öffentlicher Kritik nahm die Schule die Entscheidung zurück - und entschuldigte sich. Doch nicht alle sind mit dieser Entscheidung einverstanden: Behörden müssten streng sein, wenn sie ihre Schüler beschützen wollten, sagte etwa Jennifer Jankowski, die ein Erziehungsprogramm in New Jersey leitet. "Wenn wir Zachary nicht bestrafen können, was machen wir dann mit Kindern, die Waffen für schlimme Dinge mitbringen?"

Zuvor war das Klappmesser des Camping-Bestecks von Zachary auch von den Behörden im betroffenen Schulbezirk in Delaware als gefährlicher Gegenstand eingestuft worden. Diese Regel müsse unabhängig vom Alter des Jungen gelten, hatte es geheißen. Es sei außerdem nicht von Bedeutung, was er mit dem Messer vorgehabt habe.

Zacharys Mutter Debbie hatte an die Behörden appelliert, ihre Entscheidung zurückzunehmen. Zachary selbst hatte in einem Interview mit dem Sender CBS gesagt, gefährliche Waffen gehörten nicht in eine Schule. "Ich glaube aber nicht, dass die Bestrafung so schlimm sein sollte", sagte der Sechsjährige. "Das ist nicht fair."

Nun darf der Junge, der zwischenzeitlich zu Hause unterrichtet wurde, wieder in die Schule gehen. Die Null-Toleranz-Politik des Schulbezirks gegenüber Kindergartenkindern und Grundschülern soll überarbeitet werden. Dort war bereits im vergangenen Jahr ein fünfjähriges Mädchen vom Unterricht ausgeschlossen worden, nachdem sie ein Messer mitgebracht hatte, um ihren Geburtstagskuchen zu teilen.