US-Umfrage zu Weihnachten Dreiviertel der Amerikaner glauben an Jungfrauengeburt

Wie war das nochmal mit Weihnachten? Die US-Amerikaner sind in dieser Frage äußerst bibelfest. Doch sie wissen nicht nur, dass an Heiligabend Jesus geboren wurde, sie glauben auch fest daran, dass er als Sohn einer Jungfrau zur Welt kam.

"Warum feiern wir Weihnachten?" Alle Jahre wieder entlarven Fernseh- und Radioreporter mit dieser Frage die vermeintliche Unwissenheit und religiöse Ignoranz der Deutschen. Dieses mitunter recht amüsante Spielchen würde in den USA so wohl nicht funktionieren. Denn zumindest einer aktuellen Umfrage des Pew Research Center zufolge sind die Amerikaner in dieser Frage deutlich gefestigter. Sie wissen nicht nur, dass an Weihnachten Jesu Geburt gefeiert wird. Sie glauben auch fest an die jungfräuliche Geburt.

Dreiviertel aller in der repräsentativen Studie Befragten (insgesamt 2001) gaben an, dass sie an Marias jungfräuliche Empfängnis glauben - und das gilt nicht nur für praktizierende Christen. Selbst ein Drittel aller Konfessionslosen glaubt daran. Am größten ist der Anteil unter den weißen Evangelikalen - in dieser Gruppe liegt er bei 97 Prozent. Der Anteil ist zudem bei Frauen (78 Prozent) deutlich höher als bei Männern (69 Prozent).

Das Pew Research Center stellte den US-Amerikanern zum Thema "Weihnachten feiern und die Feiertage, damals und heute" außerdem Fragen zu Familienbrauchtum, Vorfreude und Feiertagshorror.

Was angesichts der kunterbunten Santa-Konsumwelten der USA überraschen mag (oder eben gerade nicht): 33 Prozent mögen an Weihnachten Kommerz und Materialismus am wenigsten. 22 Prozent finden die hohen Kosten abschreckend und zehn Prozent der Befragten fürchten die Menschenmassen beim vorweihnachtlichen Einkauf.

Trotz des Konsumterrors scheint den Amerikanern die Romantik nicht abhanden gekommen sein: Viele von ihnen werden so tun, als käme Santa auch durch ihren Schornstein. Das gilt wenig überraschend für alle, die mit Kindern in einem Haushalt leben. Dort wird in 69 Prozent der Fälle der Weihnachtsmannbesuch vorgespielt. Aber auch einer von fünf Haushalten ohne Kinder gab an, Santa Claus zu erwarten.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Texts war von Marias "unbefleckter Empfängnis" zu lesen. Die Lehre der unbefleckten Empfängnis ist jedoch von der Lehre der Jungfrauengeburt zu unterscheiden. Wir haben das korrigiert.