Blaue Bohnen und ein Hallelujah: Im US-Staat Kentucky hat ein Pfarrer seine Gemeinde gebeten, bewaffnet zu seinem Gottesdienst zu erscheinen.

In ein Gotteshaus gehen die meisten Menschen, um zu beten. Häufig ist das einzige Utensil, das dafür nötig ist, ein Gebetsbuch. Doch ein US-Pastor fördert nun das Bild des bodenständigen Amerikaners, dem neben der Verfassung insbesondere auch das Tragen von Waffen heilig ist: Im US-Staat Kentucky lädt er seine Gemeinde ein, bewaffnet zum Gottesdienst zu erscheinen.

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Posiert mit Waffe: US-Pastor Ken Pagano. (© Foto: AP)

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"Wir wollen damit verantwortungsvollen Besitz und Umfang mit Waffen fördern", zitierte der Lokalsender WAVE3 Pfarrer Ken Pagano von der New Bethel Church in Louisville. Vorbehalte gegenüber Waffen seien eine "ungesunde Paranoia", begründete der Geistliche seine Einladung zu einer "Open Carry Celebration" am 27. Juni - einem Gottesdienst, bei dem Waffen offen getragen werden können. Allerdings dürfen sie nicht geladen und müssen sicher in einem Holster verstaut sein, betont Pagano.

Gegen die Idee des Pfarrers, der den Angaben zufolge einst Marine-Infanterist war, regt sich durchaus Kritik. "Das ist ein Rückschritt in den Wilden Westen", meint James Tennyson, dessen Organisation sich in Louisville mit Rückkaufprogrammen darum bemüht, die Zahl der Waffen in der Öffentlichkeit zu verringern. Pistolen und Revolver in ein Gotteshaus zu bringen, selbst wenn sie nicht geladen sind, sende das falsche Signal aus, sagte Tennyson dem Sender weiter.

In den vergangenen Monaten hatte es eine Reihe blutiger Zwischenfälle in US-Gotteshäusern gegeben. Erst voriges Wochenende war der prominente Abtreibungsarzt George Tiller in einer Kirche erschossen worden.

Im März starb ein Pfarrer in Illinois während einer Andacht durch die Kugeln eines Amokläufers, zwei Gläubige wurden verletzt. Im Sommer vorigen Jahres tötete ein Schütze zwei Menschen in einer Kirche im US-Staat Tennessee.

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(dpa/hai/cag)