US-Komiker Louis C.K. gesteht sexuelle Belästigungen

US-Komiker Louis C.K. bei einer Preisverleihung im September 2017.

(Foto: AFP)
  • Der US-Komiker Louis C.K. hat zugegeben, fünf Frauen sexuell belästigt zu haben.
  • In einer Erklärung schreibt er, er bereue seine Taten und er werde eine Auszeit nehmen.
  • Vorwürfe gibt es jetzt auch gegen den ehemaligen Fifa-Chef Sepp Blatter und einen evangelikalen US-Politiker.

Nachdem ihm fünf Frauen sexuelle Belästigung vorgeworfen haben, hat sich der US-Komiker Louis C.K. erstmals zu den Vorwürfen geäußert. In seinem Statement, das die New York Times veröffentlicht hat, sagte er alle Beschuldigungen seien wahr.

Er habe damals gedacht, es sei in Ordnung einer Frau seinen Penis zu zeigen, wenn er sie vorher frage, schreibt C.K. "Die Macht, die ich über diese Frauen hatte, bestand darin, dass sie mich bewundert haben." Nichts von dem, was er getan habe, könne er sich selbst verzeihen. "Was nichts ist im Vergleich zu der Aufgabe, die ich ihnen (den Frauen) hinterlassen habe", fügte C.K. hinzu. Er werde nun eine Auszeit nehmen und lange Zeit nur zuhören. Eine direkte Entschuldigung richtete er nicht an die Frauen.

Vorwürfe gegen Sepp Blatter

Vorwürfe gibt es jetzt auch gegen den ehemaligen Fifa-Präsidenten Sepp Blatter und den evangelikalen US-Politiker der Republikaner, Roy Moore.

Die frühere US-Torhüterin Hope Solo sagte in einem Interview mit dem portugiesischen Magazin Expresso, Blatter habe ihr vor einer Preisverleihung an den Hintern gefasst. Der Vorfall, den Solo auf Nachfrage der englischen Tageszeitung The Guardian bestätigte, soll sich bei der Weltfußballerwahl 2013 ereignet haben. Ein Sprecher Blatters wies die Anschuldigungen zurück. "Die Vorwürfe sind so lächerlich wie der Penalty für die Schweizer Nationalmannschaft am Donnerstag", sagte Blatter-Sprecher Thomas Renggli dem Boulevard-Blatt Blick.

Der US-Politiker Roy Moore, heute 70, soll sich vor 40 Jahren einer 14-jährigen unsittlich genähert haben. Moore steht jetzt wachsendem Widerstand in seiner Partei gegenüber. Mehrere Senatoren haben ihre bereits zugesicherte Unterstützung für Moore wieder zurückgezogen. Der Chef der Republikaner im Senat, Mitch McConell, hat Moore aufgefordert, seine Kandidatur zurückzuziehen, sollte an den Vorwürfen etwas dran sein.

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Über die Übergriffe des Komikers Louis C.K. hatte am Donnerstag zuerst die New York Times berichtet. Fünf Frauen erklärten in der Zeitung, C.K. habe sich vor ihnen ausgezogen und sie genötigt, ihm beim Masturbieren zuzusehen oder ihm am Telefon dabei zuzuhören. Es soll sich um Fälle aus den Jahren 2002, 2003 und 2005 und den späten 90ern handeln. Die Belästigungen sollen nach Auftritten in C.K.s Hotelzimmer oder in seinem Büro stattgefunden haben. In einem Fall soll er während eines Telefonats mit einer der Frauen mastubiert haben.

Kurz vor der Veröffentlichung des New York Times Artikels wurde die US-Premiere des Films "I Love You, Daddy", den C.K. produziert hat und in dem er eine Hauptrolle spielt, überraschend abgesagt. Auch sein TV-Auftritt in der Late-Night-Show von Stephen Colbert wurde abgesagt. Der Filmverleih will "I Love You, Daddy" inzwischen nicht mehr veröffentlichen. Auch ein geplantes Stand-up-Special von Louis C.K. auf Netflix wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Der US-Pay-TV-Kabelsender FX Network und FX Productions wollen ebenfalls ihre Zusammenarbeit mit dem US-Komiker beenden.

Einem breiteren Publikum bekannt ist Louis C.K. für seine preisgekrönte TV-Serie "Louie", in er die Hauptrolle spielt, Regie führt und das Script schreibt. In der Serie spielt er einen alternden, getrennt lebenden Vater und dessen Mühen im Leben als Single und Comedian in New York. Oft beschreibt er sexuelle Fantasien oder berichtet über seine Erfahrungen mit Frauen, häufig geht es auch um Masturbation.