Im US-Bundesstaat Washington sind vier Polizisten erschossen worden. Die Ermittler gehen von einem gezielten Angriff aus

Im US-Bundesstaat Washington sind in der Nähe eines US-Militärstützpunktes am Sonntag vier Polizisten erschossen worden. Sie saßen vor Beginn ihrer Schicht in einem Café nahe Tacoma zusammen, als das Feuer auf sie eröffnet wurde. Ob zwei Männer oder nur ein Mann die tödlichen Schüsse abfeuerten, steht noch nicht fest. Ein weißer und ein schwarzer Mann sollen am Morgen in das Café gestürmt sein.

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Polizisten aus Lakewood trauern um ihre getöteten Kollegen. Mindestens ein Mann hatte in einem Café das Feuer auf die vier Beamten eröffnet. (© Foto: dpa)

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Die Bedienung, die in dem Coffeeshop arbeitete sagt, ein Mann sei an den Tresen kommen, so als wolle er eine Bestellung aufgeben. Dann habe er seine Jacke geöffnet, eine Pistole gezogen und sich zu den Polizisten umgedreht. Danach sollen die Schüsse gefallen sein. Außer den Polizisten soll niemand getötet oder verletzt worden sein.

Massive kriminelle Vergangenheit Die Polizei sucht jetzt nach dem 37-jährigen Maurice Clemmons, einem Mann mit einer massiven kriminellen Vergangenheit, wie die Online-Ausgabe der Washington Post berichtet. Clemmons war wegen schweren Raubes und zahlreicher Diebstähle zu einer 95-jährige Gefängnisstrafe in Arkansas verurteilt worden. Diese wurde dann in den Neunziger Jahren herabgesetzt, so dass er sich seit mehreren Jahren auf freiem Fuß befindet, zwischenzeitlich aber immer wieder wegen anderer Verbrechen ins Gefängnis musste.

Erst kürzlich war Clemmons wegen eines Angriffs auf einen Polizisten und der Vergewaltigung eines Kindes verhaftet, dann aber auf Kaution freigelassen worden. Am frühen Morgen umstellte die Polizei ein Haus in Seattle, in dem sie Maurice Clemmons vermutete. Per Lautsprecher appellierten die Beamten an den Verdächtigen, sich zu stellen.

Im Video: Im US-Bundesstaat Washington hat ein Unbekannter vier Polizisten erschossen. Weitere Videos finden Sie hier

Die vier 37- bis 42-jährigen Polizisten - darunter auch eine Frau - arbeiteten im Polizeirevier von Lakewood, das unmittelbar an den US-Luftwaffenstützpunkt von Parkland anschließt. Sheriff-Sprecher Troyer sagt, dass eine Kugel aus der Waffe der toten Polizisten möglicherweise den Schützen oder einen der beiden getroffen habe. "Wir glauben, dass es zum Schusswechsel und zum Kampf kam." Eines der Opfer habe noch mehrere Schüsse abgefeuert, teilte die Polizei mit. Nach einem Bericht des Senders CNN wird nun überprüft, ob in einem der umliegenden Krankenhäuser eine Schussverletzung behandelt wurde.

"Es war ein gezielter Angriff auf die Polizisten. Ein Hinterhalt. Es war wie eine Hinrichtung", so die Einschätzung des Sheriffsprechers Troyer. Da sei jemand mit der klaren Absicht in das Cafe gegangen, Polizisten zu erschießen. "Draußen standen Polizeifahrzeuge, und alle hatten Uniformen an", sagt Troyer.

Die Hintergründe des Verbrechens und das Motiv für die Tat seien bisher unklar. Troyer kann sich aber vorstellen, dass der Täter tiefen Hass auf den Berufsstand der Polizisten hegt. Augenscheinlich handelt es sich um einen labilen Mann mit Hang zur Gewalt. So berichtet die Seattle Times unter Berufung auf Polizeiunterlagen, Clemmons habe seine Frau und mehrere junge Verwandte gezwungen, sich vor ihm auszuziehen. Einen Hilfssheriff habe Clemmons ins Gesicht geschlagen. Außerdem soll er ständig vom bevorstehenden Ende der Welt gesprochen und sich selbst als Jesus bezeichnet haben.

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(sueddeutsche.de/AFP/dpa/abis/bön)