Uruguay Krankenpfleger sollen mindestens 50 Patienten getötet haben

Sie verabreichten den Kranken Morphiuminjektionen und spritzten ihnen Luft in die Venen: In Uruguay stehen zwei Krankenpfleger unter Verdacht, mindestens 50 Patienten getötet zu haben. Einer der Beschuldigten gibt an, aus Mitleid gehandelt zu haben - doch die Ermittler vermuten ein anderes Motiv.

In Uruguay sollen zwei Krankenpfleger unabhängig voneinander insgesamt mindestens 50 Patienten getötet haben. Die Polizei vermutet nach Medienberichten sogar bis zu 200 Opfer. Nach ihrer Festnahme hätten die beiden Männer bereits in insgesamt 16 Fällen zugegeben, Patienten mit Morphiumspritzen und Luftinjektionen getötet zu haben, meldete die spanische Zeitung El País.

Nach einer Anhörung am Sonntagabend in Montevideo werden die beiden beschuldigten Krankenpfleger zurück ins Gefängnis transportiert - unter schwerer Bewachung.

(Foto: AP)

Nach einer Anhörung am Sonntag in der Hauptstadt Montevideo sagte der zuständige Untersuchungsrichter Rolando Vomero, es gebe keine Hinweise darauf, dass die beiden Pfleger zusammengearbeitet hätten. Einer der Männer habe eingeräumt in fünf Todesfälle verwickelt gewesen zu sein, der zweite in elf. Die Ermittlungen gingen aber weiter, die Zahl der Opfer sei noch nicht endgültig, so Vomero.

Er erhob am Sonntagabend (Ortszeit) Anklage wegen schweren Totschlags gegen die beiden Krankenpfleger. Außerdem wurde eine Krankenschwester als Mitwisserin verhaftet.

Die 39 und 46 Jahre alten Pfleger gaben El País zufolge an, aus humanitären Gründen gehandelt zu haben. Die Anwältin eines Beschuldigten erklärte, ihr Mandant habe aus Mitleid gehandelt. "Nach 20 Jahren auf der Intensivstation, mit Stress und Kontakt mit dem Tod, hielt er es einfach nicht mehr aus", sagte sie. Die Ermittler glauben aber, dass der starke Pflegebedarf der Patienten das Motiv gewesen sein dürfte. Die Opfer lagen demnach auf den Intensivstationen zweier Hospitäler in Montevideo, schwebten aber nicht in Lebensgefahr.

Nach einer anonymen Anzeige hätten die Behörden bereits vor zwei Monaten Ermittlungen aufgenommen. Die untersuchten Todesfälle sollen sich in den vergangenen zwei Jahren ereignet haben.