Haftstrafen für Gemeindemitglieder: Ein Junge im südamerikanischen Französisch-Guayana stirbt nach tagelangem Martyrium bei einem Exorzismus.

Sie banden ihn an ein Kreuz, knebelten ihn, droschen mit Gürteln auf ihn ein: Wegen des Todes eines Jungen bei einer Teufelsaustreibung sind im südamerikanischen Französisch-Guayana vier Mitglieder einer Kirchengemeinde zu drei bis zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Gericht in Cayenne befand die Angeklagten für schuldig, fahrlässig den Tod des 15-Jährigen Roger Bossé herbeigeführt zu haben.

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Gnadenlose Teufelsaustreiber: In einer Szene des Films "Der Exorxismus von Emily Rose" versucht ein Priester Emily Rose, dargestellt von Jennifer Carpenter, zu heilen. (© Foto: AP)

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Der Jugendliche, der unter Epilepsie und psychischen Störungen litt, war 2005 tot an ein Kreuz gebunden entdeckt worden. Er war drei Tage lang von den Gemeindemitgliedern mit Händen, Ästen und Gürteln geschlagen worden. Eine Autopsie ergab, dass das geknebelte Opfer vermutlich erstickt ist.

Die verurteilten Gemeindemitglieder gehören zu der im afrikanischen Benin gegründeten Himmlischen Kirche Christi, der "Eglise du Christianisme Céleste". Ein Teil von ihnen war bereits früher wegen Körperverletzung bei einer anderen Teufelsaustreibung verurteilt worden. Auch damals war das minderjährige Opfer an ein Kreuz gebunden und geschlagen worden, hatte aber überlebt. Mit den nun verhängten Haftstrafen ging das Gericht deutlich über die Forderungen der Staatsanwaltschaft von vier bis neun Jahren hinaus.

Ein Anwalt der Verurteilten bezeichnete den Urteilsspruch als zu hart und kündigte Berufung an.

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(sueddeutsche.de/AFP/ojo)