Urteil gegen Tierquälerin Mäuse und Echsen gegen Bezahlung malträtiert

Ihr Auftraggeber wollte sich offenbar an den Bildern erregen: Gegen Bezahlung haben zwei junge Frauen aus Hessen Kleintiere brutal malträtiert und getötet. Nun wurde eine Tierquälerin verurteilt - die Bewährungsstrafe durchkreuzt die Umzugspläne der Studentin.

Zwei Frauen haben vor laufender Kamera Mäuse mit brennenden Zigaretten malträtiert und dann zertreten - gegen Bezahlung: Wegen Tierquälerei ist eine junge Frau im südhessischen Lampertheim zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Die 29 Jahre alte Angeklagte wurde zu einer Haftstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss die geständige Frau 500 Euro an einen Tierschutzverein zahlen. Gegen ihre 25-jährige mutmaßliche Mittäterin soll gesondert verhandelt werden, weil deren Aufenthaltsort noch nicht ermittelt werden konnte.

Die Frauen sollen im Jahr 2008 nicht nur Mäuse gequält und getötet haben. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt wirft einer der beiden vor, mit ihren Pumps zwei Eidechsen und drei Geckos zerquetscht und mit ihrem Auto gezielt zwölf Mäuse überfahren zu haben.

Für den selbstgedrehten Film über das sogenannte "Animal Crushing" hatte ein möglicher Abnehmer - er ist in einem anderen Verfahren angeklagt - laut Anklage "erhebliche Geldsummen zugesagt". Die zuständige Staatsanwältin sagte, bei Animal Crushing handle es sich um eine Abart des sexuellen Fußfetischismus: "Kunden, die sich Filme mit solchen Inhalten ansehen, beglücken sich nach unseren Informationen daran, dass hübsche Frauen mit Socken, Stiefeln oder barfuß die Tiere langsam und qualvoll zertreten", sagte die Anklagevertreterin. Die Filme lägen der Behörde als Beweismaterial auf einer DVD vor.

Aus Sicht der Verteidigung ist das Urteil unverhältnismäßig hart. "Man muss auch sehen, dass meine Mandantin die Tiere nicht zum Spaß gequält hat, sondern dass ihr im Vorfeld zugesicherte Geld benötigte" sagte der Anwalt der 29-Jährigen vor dem Amtsgericht. Außerdem plane seine Mandantin, eine Betriebswirtschafts-Studentin, in die USA überzusiedeln. "Das wird durch die Strafe nicht mehr möglich sein", sagte er mit Hinweis auf die strengen Einwanderungsregeln.