Weil ihr das Kopftuch verboten worden war, hat eine muslimische Sozialpädagogin fortan eine Baskenmütze getragen. Ein deutsches Gericht verbietet ihr nun auch den Filz auf dem Kopf.
Das Baskenland ist eine Region an der Atlantikküste und liegt auf spanischen und französischen Boden. Die Baskenmütze stammt aus diesem Gebiet, ist mit dem Barett verwandt und ein auch in Deutschland beliebter Hut. Heinrich Böll hat zum Beispiel gerne eine Baskenmütze getragen.
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Die Baskenmütze besteht meist aus Wolle oder Filz, beides relativ feste Stoffe. Dennoch kann die Baskenmütze auch als Kopftuch getragen werden, so das Urteil des Düsseldorfer Arbeitsgerichts. Jedenfalls kann auch eine Baskenmütze unter das Kopftuchverbot für Lehrerinnen fallen.
Es wies damit die Klage einer muslimischen Sozialpädagogin ab, die gegen eine Abmahnung vorgegangen war. Bis zum Kopftuchverbot hatte die Türkin jahrelang ein Kopftuch getragen. Als das nicht mehr möglich war, war die Frau kreativ und griff zur Baskenmütze. Doch auch diese Kopfbedeckung bleibt ihr jetzt vesagt.
"Jegliche äußeren Bekundungen sind verboten"
Der Gesetzgeber habe das Recht, das äußere Auftreten von Lehrern zu regeln, begründete die Vorsitzende Richterin ihr Urteil. Ziel des Gesetzes sei es, Kinder und Jugendliche vor Einflussnahme zu schützen, sagte die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer (CDU). Dies gebe das Neutralitätsgebot vor.
"Jegliche äußeren Bekundungen sind verboten, die geeignet sind, den Schulfrieden zu gefährden oder zu stören. Ich begrüße daher, dass das Gericht auch angesichts der im verhandelten Fall getragenen Baskenmütze zu keiner anderen Bewertung gelangt ist und so das Gesetz einer einheitlichen Auslegung zugeführt hat."
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(sueddeutsche.de/dpa)
Bundespräsident Gauck in Israel
Ein hübsches Beispiel für das Tragen symbolträchtiger Kleidungsstücke, ohne der Gruppe zugehörig zu sein, für die diese Gruppe primär ein Symbol ist, sind übrigens die guten alten Palästinensertücher.
Wenn wir schon beim Thema Rechtsstaat sind: Ist es unseres Rechtsstaats würdig, über das Tragen von religiösen Symbolen zu urteilen? Und wenn, warum wird dann mit zweierlei Maß gemessen (hier bereits ausgiebig diskutiert)? Wenn aber das Kopftuch ein Symbol für die Unterdrückung der Frau ist, macht es mich wie gesagt sehr stutzig, dass eine Frau auf ihre Art und Weise diese Unterdrückung trotz gerichtlicher Verbote unterstützen will. Es ist so eine Frage mit der Symbolik. Wieso ist ein Kopftuch bei einer Lehrerin, die offensichtlich hier lebt und arbeitet, ein Symbol für eine Unterdrückung, die in der Religion, der sie angehört, vorhanden ist und bei einer Bäuerin nicht, nur weil sie christlichen Glaubens ist? Symbole kann ich tragen unabhängig von meiner Zugehörigkeit zu der Religion. Das kan bedeuten, dass jede Frau, die ein Kopftuch trägt, ihre Zustimmung zur Unterdrückung der Frau im Islam ausdrücken möchte. Wie gesagt - schwierig.
Natürlich geht es darum, dass der Rechtsstaat lächerlich gemacht werden soll. Das tut er aber im Grunde genommen selbst schon auf fast unerträgliche Art und Weise.
Er macht sich in meinen Augen viel mehr lächerlich durch das unsagbare Rumgeeiere, wenn es um das Verbot rechter Demos geht. Er macht sich lächerlich mit vielen Entscheidungen zum Urheberrecht (Recht am eigenen Foto, vor ein paar Wochen hier Thema), er macht sich lächerlich mit einem nicht durchsetzbaren Antidiskriminierungsgesetz, das immerhin einigen pfiffigen Rechtsanwälten die Gelegenheit gab, sich ein paar Cent zu verdienen mit Unterlassungsklagen gegen Arbeitnehmer, die Altersbegrenzungen in ihre Stellenanzeigen setzten oder ein Geschlecht angaben bei der Ausschreibung. Und - nicht vergessen: über einem Urteil steht im Namen des Volkes! Wenn jetzt "das Volk" hingeht und sagt, der Staat mußte so urteilen, um nicht lächerlich gemacht zu werden, wird die Argumentationsdecke dünn.
...exakt der Punkt...und nichts Anderes wollte ich aufzeigen (s. "Was du ererbt..." u.v.m.).
Zu Broders Buch: Zu diesem Thema gibt es z.Zt. nichts Besseres resp. die Hintergründe informativer Aufzeigendes auf dem Markt. Einfach ein Muß für Jeden, der sich ernsthaft mit dieser Problematik (-) auseinandersetzen und selbst ernst genommen werden möchte...
Manche wollen es nicht kapieren, es geht nicht um die Kopfbedeckung.
Es geht hier darum den Rechtssaat ins Lächerliche zu ziehen.
Marksteine zu setzen, damit später ganz andere regeln eingeführt werden.
Das vorbeugende Einknicken des Rechtssystems wird vorbereitet.
'Gab es nicht vor kurzem eineRrichterin, die in einem Scheidungsverfahren, dem Marokanischen Ehemann zubilligte, dass aus kulturellen Gründen Prügel für die Ehefrau durchaus im Rahmen des normalen Ehelebens angebracht sind.
Lesen sie Henrik M. Broder: "Hurra wir kapitulieren"
oder Necla Kelic, "Die fremde Braut"
Da steht vieles drinnen, Erfahrungen die hier in den letzten Jahren erlebt wurden.
Wir sollten es eigentlich wissen, die Freiheit stirbt scheibchenweise.
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