Land unter im Jemen: Bei den schlimmsten Überschwemmungen seit 30 Jahren sind mindestens 59 Menschen ertrunken - und ein Ende der Tragödie ist nicht abzusehen.
Städte stehen unter Wasser, Gebäude fallen in sich zusammen wie Kartenhäuser, Lebensmittel und Medikamente werden knapp - der Jemen erlebt eine der schlimmsten Tragödien seit Jahrzehnten. Nach heftigen Regenfällen sind in dem Land, das als Armenhaus der arabischen Halbinsel gilt, seit Freitag mindestens 59 Menschen ertrunken.
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Unwetter-Katastrophe im Jemen: Heftige Unwetter haben ganze Regionen in dem arabischen Land zerstört. (© Foto: dpa)
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Dutzende Menschen wurden noch vermisst, Hunderte verloren infolge der Regenfälle und Überschwemmungen ihre Wohnungen. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch steigen, erklärte die Polizei. Allein in den südlichen Provinzen Mouhra und Hadramut wurden der amtlichen Nachrichtenagentur SABA zufolge mindestens 1700 Häuser von den schlammbraunen Fluten niedergerissen, darunter auch etwa 250 historische Gebäude. In den Städten des Hadramaut gibt es Hochhäuser aus Lehm, die mehrere hundert Jahre alt sind.
Viele Straßen in der betroffenen Region waren nach den heftigen Regenfällen unpassierbar. Die Armee setzte Hubschrauber ein, um die in Schulen untergebrachten obdachlos gewordenen Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und jemenitische Geschäftsleute kündigten Soforthilfe für die Betroffenen an.
18 Touristen in Sicherheit
Im Südosten des Jemen regnet es seit Donnerstagabend fast ohne Pause. Eine gesamte Stadt stand bis zu den Dächern unter Wasser. Starke Windböen hatten in den vergangenen Tagen zusätzliche Verwüstungen angerichtet. Präsident Ali Abdullah Salih war am Freitag nach Hadramaut geflogen, um die Rettungsarbeiten, an denen auch die Armee beteiligt ist, persönlich zu überwachen.
Aus der Ortschaft Ayfan wurden nach Regierungsangaben 18 Touristen per Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Die Behörden in Mouhra berichteten von Stromausfällen, wichtige Straßen seien überflutet. Lebensmittel und Medikamente gingen zur Neige, sagte der stellvertretende Gouverneur Salem Numier.
Im Fernsehen war zu sehen, wie Staatspräsident Ali Abdullah Saleh mehrere verwüstete Städte besuchte. Die meisten Betroffenen erklärten jedoch, von den Behörden gebe es kaum Unterstützung. "Sie sind weg, und sie werden weder heute noch in 100 Jahren hier auftauchen", sagte Yaslam bin Tarki, der stundenlang in seinem überfluteten Haus festsaß, resigniert.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/tob/dmo)
Studie von UN-Kinderhilfswerk